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Deichkind Ferris MC: Ich war kurz davor, kaputtzugehen
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Deichkind Ferris MC: Ich war kurz davor, kaputtzugehen
Deichkind Ferris MC: Ich war kurz davor, kaputtzugehen
Osnabrück. Der Musiker und Schauspieler Sascha Reimann alias Ferris MC hat vor seiner Zeit bei Deichkind als Rapmusiker große Erfolge, aber auch tiefe Abstürze erlebt. „Ab 1999 kam das Geld haufenweise rein. Es wurde nur noch gefeiert, man fühlte sich wie King und Gott“, sagte der 38-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagausgabe).
„Wir haben die Kohle nur so rausgeschmissen, bis irgendwann das Finanzamt meine Konten sperrte. Plötzlich hatte ich 30000 Euro Nachzahlung am Hals. Da wurde mir klar, irgendwas läuft hier falsch: Mein zweites Album ‚Fertich‘ war erfolgreich auf dem Markt, die Touren liefen gut, aber ich hatte weder Cash noch Rücklagen. Ein Freund, mit dem ich zusammenwohnte, übernahm sogar ein Jahr lang meine Miete.
Auch der heftige Drogenkonsum hinterließ Spuren bei Ferris MC: „Ich war kurz davor, kaputtzugehen und hatte mit vielen Horror-Symptomen zu kämpfen: Panikgefühle, keine Luft mehr kriegen, die eigene innere Stimme redet mit dir. Da hatte ich irgendwann keinen Nerv mehr drauf. Gerade für Kokain war ich sehr anfällig, aber auch für die halluzinogene Amphetaminpille MDA. Als ich mit dem harten Zeug aufhörte, sagte ich mir: Okay, kiffen ist die einzige Sünde, die mir noch bleibt, weil ich Alkohol eh nie viel getrunken habe.“ Heute sei er „endgültig raus aus der Sache“. „Ich kann mir nicht mehr vorstellen, wie ich es geschafft habe, 50 Gramm in der Woche zu verkiffen.“
Ungern denkt Reimann auch an seine Lehre als Kfz-Mechaniker Anfang der Neunzigerjahre zurück: „Das war ein Horror, diese dreieinhalb Jahre durchzuhalten. Ich habe mit einem Schnitt von 4,4 abgeschlossen, also kurz vorm Durchfallen. Ein paar Gesellen, die im Prüfungsausschuss saßen, haben bestimmt daran gedreht, dass ich nicht die Fünf bekomme.“ Die Ausbildung habe er sogar ohne Führerschein geschafft, so Ferris MC. Das sei nur mit „viel kiffen und Fantasie“ gegangen.
Seit 2007 in Besitz eines Führerscheins hat sich Ferris MC jetzt seinen ersten Neuwagen gekauft, „den ich finanziere“, sagte der Musiker, der seit 2008 Mitglied der Band Deichkind ist: „Ein Mini Cooper S Coupé. Wenn ein Audi TT und ein normaler Mini Sex gehabt hätten, wäre dieses Coupé dabei herausgekommen. Mein Mini ist genauso teuer wie so ein Angeber-Benz, weil der alle Extras hat: die beste Anlage, feinste Ledersitze, Sitzheizung, Bluetooth-Schnittstelle, Navi, heftige Felgen - das habe ich mir mal gegönnt.“ Einen Chevi brauche er nicht: „Ich bin nicht so ein Klischee-Rapper, sondern war immer der Freak, sogar eine Art Anti-Ami.“
Reimann, der am Sonntagabend im Tatort „Hochzeitsnacht“ (ARD, 20.15 Uhr) als Geiselnehmer zu sehen ist, freut sich auf Til Schweiger als Kommissar. „Darauf bin ich sehr gespannt. Ich mag Til-Schweiger-Filme. Seine Familien- und Beziehungskomödien sind einfach gut gemacht.“ Die Tatorte aus Münster, Köln und München schaue er zwar am liebsten. „Allerdings ist Schimanski für mich immer noch unschlagbar.“
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