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„Zimmer frei“: Tomasso Tessitori spielt die Bilderrätsel
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Autor: Marie-Luise Braun 05. August 2012 20:00 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Hinter den Kulissen der Kult-Show

„Zimmer frei“: Tomasso Tessitori spielt die Bilderrätsel

Osnabrück. Nur diesen einen Satz spricht Götz Alsmann in halbwegs verständlichem Tempo: „Jetzt kommt das Zimmer-frei-Bilderrätsel!“ So beginnt in der Sendung „Zimmer frei“ der Teil, bei dem es gilt, eine Wortspielerei aufzulösen. Die Regeln spricht der Moderator dann so schnell, dass sie kaum zu verstehen sind – denn inzwischen kennt sie jeder Zuschauer. Tomasso Tessitori kennt sie, weil er einer der Darsteller ist.

 
Gute Verkleidungen sorgen dafür, dass gelegentlich selbst Kollegen Tomasso Tessitori nicht erkennen. Foto: WDR  Vergrößern

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Tessitori hat in der Sendung am Sonntagabend schon ein Vollkornbrot dargestellt und stumm als Kunstwerk das Wort „Mundart“ improvisiert, indem er nur seine Lippen bewegte. Kürzlich hat er mithilfe einer Tüte Mehl und eines Collie-Hundes den Begriff „Melancholie“ verdeutlicht.

Es ist in der Regel um die Ecke gedacht, was als Bilderrätsel präsentiert wird. Doch alle wissen, worauf sie sich einlassen – zumindest der Methode nach, denn das Rätsel wird streng gehütet.

Das gilt auch, wenn ein Prominenter zum zweiten Mal in die Sendung kommt. Denn dann hat er selbst das Vergnügen, ein Bilderrätsel mitzubringen, das die Moderatoren Christine Westermann und Götz Alsmann auflösen müssen. Manch ein Promi hilft ihnen, die richtige Spur zu finden, wie Dieter Pfaff oder Mirja Boes. Aber nicht alle. „Hugo-Egon Balder zum Beispiel hat sie ganz schön zappeln lassen“, erzählt Tessitori im Gespräch mit unserer Zeitung.

Er hat gerade Probenpause. Auch wenn er nicht für „Zimmer frei!“ als Bilderrätsel eingespannt ist, ist der Wahlkölner mit italienischem Vater und deutscher Mutter Schauspieler. Derzeit erarbeitet er mit demKölner Analog-Theater das Stück „hamlet ist tot. keine schwerkraft“ von Ewald Palmetshofer, einem Dramatiker aus Österreich. Als freier Schauspieler ist Tessitori auf vielen Bühnen zu Hause. Er spielt in „Ein Schaf fürs Leben“ des Kindertheaters Marabu aus Bonn oder für die Gruppe C.T. 201, die er selbst mit gegründet hat. Außerdem spricht er Hörspiele.

Wegen seines Könnens und seiner Flexibilität hat eine Bekannte den Schauspieler Ende 1997 dem Team von „Zimmer frei“ empfohlen. Zuvor hatten Komparsen die Bilderrätsel dargestellt, erzählt Tomasso Tessitori über die Sendung, die beim WDR 1996 eigentlich nur als Füller für die Sommerpause geplant war und sich längst zum Dauerbrenner gemausert hat.

Der Sender produzierte zunächst 18 Folgen für sechs Wochen. Auf Basis einer Idee des Redakteurs Heiner Heller entwickelte ein Team aus Autoren und Redakteuren das Konzept, wonach sich ein prominenter Gast um ein Zimmer in der Wohngemeinschaft von Alsmann und Westermann bewirbt. Mit Spielen, Homestory, Lobhudelei und im Gespräch prüfen die Moderatoren den Gast auf seine WG-Tauglichkeit, die am Ende vom Publikum bewertet wird.

Tessitori kannte die Sendung Ende der 90er-Jahre, zu der damals eine Gast-Wohngemeinschaft zugeschaltet war. „Wir wollten uns bewerben“, erinnert er sich an seine WG. Doch dazu sollte es nicht kommen, denn Tessitori wurde 1998 Teil des Teams. Mittlerweile hat er selbst Freunde als Darsteller in die Sendung vermittelt. Und findet: „Christine und Götz sind uneitle, lustige Kollegen.“

Das gilt auch, wenn etwas schiefläuft. Wie bei einer Probe für ein Bilderrätsel, bei dem Tessitori in einer Badewanne ins Studio geschoben wurde. Leider war die Wanne nicht richtig auf dem Wagen befestigt. „Ich hatte nicht viel an“, ergänzt Tessitori, der damals aus der Wanne heraus durch das Studio glitt. Zur Begeisterung seiner Kollegen: „Das ist bestimmt festgehalten worden, die Kamera lief.“

Die Sendung wird in der Regel in einem Stück aufgezeichnet. Nur selten wird live ausgestrahlt. Zuvor werden die einzelnen Teile besprochen und geprobt, sodass das Team einen Tag lang mit einer Sendung beschäftigt ist. Gedreht wird immer am Stück. Fünf Sendungen in fünf Tagen.

Die Kollegen von Maske und Kostüm verrichten ihre Arbeit so gut, dass Tessitori ab und zu von den Kollegen im Studio nicht erkannt wird. Das sorgt für gute Stimmung, wenn sich ein vermeintlich seltsamer Mensch nicht als Gast, sondern als Teil des Teams entpuppt.



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