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Studie gibt Entwarnung für Castingshows: Die meisten Jugendlichen wollen nicht mitmachen
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Autor: Martin Weber 22. Februar 2012 16:51 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

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Frederik F. Mittwoch, 22. Februar 2012 21:50 Uhr

Kein Hype erkennbar

Studie gibt Entwarnung für Castingshows: Die meisten Jugendlichen wollen nicht mitmachen

München. An diesem Donnerstag startet die neue Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ (Pro Sieben, 20.15 Uhr). Wieder haben sich Tausende beworben, doch einen Hype gibt es längst nicht. Eine Studie hat gerade herausgefunden, dass die meisten Jugendlichen nicht im Traum daran denken, bei einer Castingshow mitzumachen.

 
Ansturm junger Frauen (und Männer) zum öffentlichen Casting für Heidi Klums „Germany’s Next Topmodel“ 2008Foto: Oliver S.  Vergrößern

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Sie drängen sich zu Tausenden vor den Toren von „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Germany’s Next Topmodel“, die Bilder von riesigen Bewerberschlangen gehören zum Auftakt jeder Castingshow wie Dieter Bohlens fiese Sprüche oder Heidi Klums zickiger Befehlston.

Heerscharen junger Leute wollen unbedingt Karriere als Gesangskünstler oder lebender Kleiderständer machen, eine ganze Generation, so suggerieren es die Fernsehbilder, träumt vom Ruhm auf der Bühne oder dem Laufsteg.

Doch das stimmt so gar nicht, hat jetzt eine neue repräsentative Studie herausgefunden, die im Zentrum des von den Medienwissenschaftlern Daniel Hajok, Olaf Selg und Achim Hackenberg herausgegebenen Buches „Auf Augenhöhe? Rezeption von Castingshows und Coachingsendungen“ (UVK-Verlag, Konstanz) steht. Entwarnung für Millionen Eltern: Die meisten Kinder und Jugendlichen denken nicht im Traum daran, sich vor Bohlen oder Klum zum Affen zu machen.

Zwar schalten Millionen junger Leute den Fernseher ein, wenn „Deutschland sucht den Superstar“, „Germany’s Next Topmodel“, das vergleichsweise harmonische „The Voice of Germany“ oder eine andere Castingshow über den Bildschirm flimmert – als Kandidat dabei sein wollen jedoch nur die wenigsten, die Menschen in den Bewerberschlangen sind eine Minderheit. „Selbst einmal bei einer Castingshow mitzumachen, ist [...] nur für die wenigsten der befragten Heranwachsenden eine Option“, heißt es in dem Buch.

Und weiter: „Auch wenn es ihnen ihrer eigenen Einschätzung nach nicht an Talent fehlt, fürchten sie, sich mit einem Auftritt bei DSDS und GNTM zu ‚blamieren‘, oder finden es schlichtweg ‚peinlich‘, auf diese Art und Weise in der Öffentlichkeit zu stehen.

Insgesamt betrachtet, sprechen für die Heranwachsenden mehr Gründe gegen als für eine Teilnahme. Die Aussage basiert auf einer von der „Arbeitsgemeinschaft Kindheit, Jugend und Neue Medien“ (AKJM) in Auftrag gegebenen Studie, bei der knapp 1200 Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren und knapp 1500 junge Erwachsene zwischen 18 und 24 zu Castingshows befragt wurden. Die meisten jungen Leute haben zum Thema Casting also eine gesunde Distanz und gehen mit den entsprechenden Shows sehr souverän um – schlichtweg Unterhaltung, Spaß und Spannung sind laut AKJM-Studie die vorherrschenden Motive, RTL oder Pro Sieben einzuschalten, wenn Dieter Bohlen über die stimmlichen Bemühungen von Kandidaten lästert oder Heidi Klum spindeldürre Nachwuchsmodels professionellen Modefotografen vor die Linse treibt.

Dabei werden die in Shows wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Germany’s Next Topmodel“ propagierten Eigenschaften wie Ehrgeiz, Disziplin und Durchsetzungsvermögen von vielen Jugendlichen zwar durchaus als vorbildlich begriffen – nicht aber der oft harsche, zuweilen sarkastische und manchmal herabwürdigende Umgang mancher Show-Jurys mit den Kandidaten. „Die AKJM-Studie kann die Kritik vonseiten der Öffentlichkeit und des Jugendmedienschutzes, Kinder und Jugendliche könnten den hämischen und zynischen Umgang der Jury mit den Kandidaten als nachahmenswerte Verhaltensmuster übernehmen, nicht bestätigen“, heißt es in dem Buch. Zu einer Verrohung jugendlicher Sitten tragen Bohlen und Co. der Studie zufolge viel weniger bei, als gemeinhin angenommen wird – auch in dieser Hinsicht müssen sich Eltern also kaum Sorgen machen.

Daniel Hajok, Olaf Selg, Achim Hackenberg (Hrsg.): „Auf Augenhöhe? Rezeption von Castingshows und Coachingsendungen“, UVK-Verlag, Konstanz, 272 Seiten, 29,00 Euro.

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  Leserkommentare

 
Frederik F., Mittwoch, Februar 22 um 21:50 Uhr Ja ne , is klar ... da will keiner (offiziell) mitmachen ...
(Wer würde sich bei so einer Umfrage auch zum Affen machen ?)
Sucht doch mal für eine Theatergruppe, einen Verein oder Musikgruppe oder sonst was "Freiwillige ausserhalb der Medien"
"vernünftige" Kandidaten Fehlanzeige. - Nur VOLLIDIOTEN mit grossem Hang zur Selbstüberschätzung,
"Ich performe" ... "ich bin DJ" ... "Meine Erfahrung ist unermesslich..."
CD`s oder DVD`s abspielen, das können (fast) Alle, aber was selber machen - Fehlanzeige.
Ich schreib denn demnächst auch ne Studie oder besser ein
Buch über manche "Casting-Versuche" im privaten
Bereich. Gibts dann hier für bestimmt UNTER 29 EUR ;-))
*kopfschüttel*
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