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Schon gesehen: Renn, wenn du kannst
went Osnabrück. Eine Dreiecksgeschichte zwischen einem Rollstuhlfahrer, seinem Zivi und einer hübschen Cellostudentin hätte das Zeug zum sperrigen Problemfilm. Dietrich Brüggemann entscheidet sich zum Glück anders.
Der Bruder von Hauptdarstellerin Anna Brüggemann, mit der er auch das Drehbuch schrieb, erzählt lieber eine schwarzhumorige, tragikomische Geschichte über Liebe und Freundschaft. Dass Ben im Rollstuhl sitzt, ist genauso wichtig wie Annikas Angst vor Konzerten und Christians Ekel vor Blut (er will Medizin studieren). Obwohl Ben mit seinem Zynismus und seinem Selbstmitleid seine Zivis, seine Mutter und die Frauen vergrault, entwickelt sich zwischen Christian, Annika und Ben eine Art Freundschaft. Das Problem ist nur, beide Jungs sind in Annika verliebt, und wenn Ben sich verliebt, endet das in einer Katastrophe. Was genau er damit meint, wird erst klar, als es fast zu spät ist.
Dialoge und Inszenierung verhindern, dass der Film weder in Kitsch noch in Kunst ausartet. Aber erst Robert Gwisdek als Ben hebt den Film über das Niveau der meisten Arthouse-Dramen. Das weit größere Drama: Erst zwei Jahre nach seiner Premiere auf der Berlinale erblickt der Film nun das Licht der Mattscheibe.
Wertung: 5 von 6 Sternen
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