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Der beste Film kam aus Belm
dapd Berlin. Roter Teppich, jede Menge Stars, der Moderator als Preisträger und ein Film aus dem Osnabrücker Land im Mittelpunkt – die Verleihung der Goldenen Kamera am Samstagabend in Berlin war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.
Da sage noch einer, gute deutsche Filme entstünden entweder in „unserem Hollywood“ Potsdam-Babelsberg oder aber in den Studios und auf den Straßen der großen Metropolen Berlin, München, Hamburg und Köln. Die Verleihung der Goldenen Kamera am Samstag drehte den Scheinwerfer auf einen Ort, den man ansonsten so gar nicht mit der Glitzerwelt des Films in Verbindung bringen würde: Im Belmer Ortsteil Haltern bei Osnabrück war der ZDF-Spielfilm „Liebesjahre“ zu großen Teilen entstanden – nun wurde er als bester Fernsehfilm des vergangenen Jahres ausgezeichnet.
Unter der Leitung des vielfach preisgekrönten Regisseurs Matti Geschonneck hatte im Herbst 2010 ein Starensemble mit Iris Berben, Axel Milberg, Nina Kunzendorf und Peter Simonischeck in Haltern vor der Kamera gestanden und auf einem alten Bauernhof das Drama um ein Ehepaar gedreht: Mit den jeweils neuen Lebenspartnern kehren die beiden ins ehemals gemeinsame Heim zurück, um die Schlüssel an die neuen Besitzer zu übergeben. Zwar lag das Haus im Film an der Nordsee, doch die meisten Bilder drehte Geschonneck im Osnabrücker Land.
Bei der Gala in Berlin zeigte sich der in Potsdam geborene Regisseur „sehr glücklich“ über die Goldene Kamera. Es sei ein großes Geschenk und Vergnügen gewesen, mit so einem Ensemble arbeiten zu dürfen, sagte er bei der vom ZDF ab 20.15 Uhr übertragenen Gala.
Doch nicht nur der Film wurde mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet – auch Nina Kunzendorf erhielt als eine der Hauptdarstellerinnen für ihre Rolle in „Liebesjahre“ einen Preis als beste deutsche Schauspielerin. Allerdings konnte sie die Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen. Die 40-Jährige war krank, wie ihr Kollege Peter Simonischek ausrichtete, der den Preis für sie entgegennahm.
Einen Abend vor dem heimischen Fernseher hätten sich womöglich auch einige Stars zumindest mit Blick auf die Eiseskälte auf dem roten Teppich gewünscht. Der war spärlich überdacht, was bei zehn Grad unter null viele der leicht bekleideten Schauspieler bibbern ließ.
Überraschender Gast auf dem roten Teppich war Miss Piggy. Zusammen mit Frosch Kermit hielt die Muppet-Diva die Laudatio auf Kerkeling. Er war von den Lesern der Programmzeitschrift „Hörzu“, die die Goldene Kamera ausrichtet, zum besten Comedian gewählt worden. „Das ist mir jetzt ein bisschen peinlich“, sagte Kerkeling, der durch die allerdings nicht ganz unerwartete Ehrung vom Moderator der Show zum Preisträger avancierte. Gemeinsam schmetterten Kerkeling und Miss Piggy nach der Gratulation den Klassiker „Somethin’ Stupid“.
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