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Wer wär nicht gern Millionär? - Die Erfolgsgeschichte einer Quizshow
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Wer wär nicht gern Millionär? - Die Erfolgsgeschichte einer Quizshow
Wer wär nicht gern Millionär? - Die Erfolgsgeschichte einer Quizshow
Köln. Es klingt so einfach: 15 Fragen beantworten, ein bisschen mit Günter Jauch plaudern und als glücklicher Millionär nach Hause gehen. Wenn man eine Antwort mal nicht auf Anhieb weiß, setzt man einfach einen von drei Jokern ein, befragt das Studiopublikum, lässt zwei falsche Antworten löschen oder ruft schlaue Freunde an, die weiterhelfen.
Das kann doch nicht so schwer sein. Schließlich hat man sich intensiv vorbereitet, Lexika gewälzt, Fragen aus anderen Sendungen studiert – und am Ende hat es dann doch nicht gereicht: Die Aufregung, die eine gemeine Frage, der falsche Umgang mit den Jokern, und manchmal war es einfach Pech. So erging es vielen Kandidaten in 999 Folgen „Wer wird Millionär“.
Doch der Mythos vom leichten Weg zur Million hat von seiner Strahlkraft nichts verloren. Obwohl ein Blick in die Gewinnstatistik die harte Realität zeigt: Bis Ende des Jahres saßen 2051 Kandidaten auf dem Ratestuhl, nur zehn von ihnen gewannen die Million, drei von ihnen in Promi-Specials.
Die Geschichte von „Wer wird Millionär“ ist dennoch eine Erfolgsgeschichte. Mit durchschnittlich 6,70 Mio. Zuschauern in der letzten Staffel 2011 und einem Marktanteil von 19,4 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe von 14 bis 49 Jahren ist die Sendung auch nach über 12 Jahren die unangefochtene Nummer 1 der Quizshows. Hinter dem Erfolg der Sendung steckt aber nicht allein Günther Jauch. Das ergab jüngst eine repräsentative Umfrage der Zeitschrift „Hörzu“ unter 1000 Personen ab 14 Jahren. Demnach ist mit 86 Prozent der Angaben das wichtigste Motiv zum Einschalten der unstillbare Wissenshunger der Zuschauer. Jauch als Präsentator der Sendung bewegt nur 42 Prozent zum Einschalten.
Dieser selbst sieht das Ergebnis der Umfrage gelassen: „Ich finde das völlig in Ordnung, und es überrascht mich auch nicht. Entscheidend ist im Fernsehen immer ein starkes Format und erst in zweiter Linie der Präsentator“, sagte er in einem Interview. Der Charme der Sendung entsteht jedoch vor allem durch das lustige Zusammenspiel zwischen Jauch und den Kandidaten. Manchmal wird er von ihnen sogar wortwörtlich auf den Arm genommen. Als es Ende Januar in einer Frage um das skurrile Internet-Phänomen „Planking“ ging, veranschaulichte der 22-jährige Kandidat Frederik Reimann die Antwort, indem er den Moderator hochhob und dieser horizontal in den Armen des Studenten lag. Jauch macht diese Späße mit – das macht ihn sympathisch und gibt der Sendung einen großen Überraschungseffekt.
Jauch selbst schätzt die Interaktion mit seinen Kandidaten, sorgt sie doch dafür, dass ihm die Sendung auch nach 999 Folgen immer noch Spaß macht: „Dadurch, dass immer neue Menschen in meiner Show antreten, wird es immer interessant bleiben. Gottes großer Zoo ist einfach unerschöpflich, und so mache ich mir keine Sorgen, dass die Sendung jemals langweilig werden könnte.“
Unvergessen ist bis heute das 2006 mit dem Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Unterhaltungssendung“ ausgezeichnete Promi-Special, in dem Hape Kerkeling alias Horst Schlämmer den souveränen Moderator aus der Fassung brachte und ihn in seiner eigenen Sendung zum Kandidaten machte. Das war große TV-Unterhaltung und in dieser Form nur bei „Wer wird Millionär“ möglich. In positiver Erinnerung wird auch der Auftritt des Kneipiers Ralf Schnorr aus Hannover bleiben. Zur Million fehlte ihm am Ende nur noch die Antwort auf die Frage nach dem Namen der ersten deutschen Briefmarke, 1849 in Bayern herausgegeben. Schnorr wusste die Antwort: „Schwarzer Einser“. Seit Jahren denkt er sich Fragen für sein Table-Quiz im „Cafe K“ in Hannover aus. Zur Sicherheit rief er einen Freund an, der sich selbst nicht sicher war. Schnorr vertraute seinem Instinkt und gewann die Million. Zum Dank lud er das gesamte Studiopublikum in sein Café ein und erhöhte die Löhne seiner Mitarbeiter. Ein Kandidat zum Mitfreuen.
Die Fragen bei „Wer wird Millionär?“ sind nach Einschätzung des ersten Millionärs der Sendung übrigens immer schwieriger geworden. „RTL rückt die Million nicht mehr so schnell raus“, sagte Eckhard Freise aus Münster der Deutschen Presse-Agentur. Zwölf Jahre nach seinem Triumph verfolgt den emeritierten Geschichtsprofessor der Auftritt bei Günther Jauch immer noch. „Ich werde bis heute erkannt und habe eine Menge um die Ohren“, sagte der 67-Jährige.
An diesem Freitag strahlt RTL zum Jubiläum eine Doppelfolge aus. Der Sender verspricht „viele Überraschungen“, ohne Genaueres zu verraten. Doch eines ist jetzt schon sicher: Die Million zu gewinnen wird auch diesmal alles andere als einfach.
Wer wird Millionär?, RTL, Freitag, 3. Februar, 20.15 Uhr
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