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Autor: Marie-Luise Braun 13. November 2011 14:02 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

ZDF-Themenwoche „Burnout – der erschöpfte Planet“: Zum Start ein Thriller

Ist Wasser Privatsache?

Osnabrück. Heino Ferch duscht, später schaut er durch ein wasserüberströmtes Fenster. Er schwimmt täglich und trinkt viel Wasser. So wird im Film „Verschollen am Kap“ gezeigt, wie wichtig Wasser für uns ist. Dabei wäre das gar nicht nötig, denn der Film wirkt auch so. Spannend steigt das ZDF in die Themenwoche „Burnout – der erschöpfte Planet“ ein.

 
Chemieunfall am Masulu-See – stehen dahinter knallharte wirtschaftliche Interessen? Foto: ZDF/Boris Guderjahn  Vergrößern

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Verschollen am Kap ist Karla (Nadja Bobyleva), die Tochter von Claas Lohmann (Heino Ferch) und seiner Frau Judith (Barbara Auer). In Südafrika wollte die 19-Jährige bei einem Hilfsprojekt für Kinder mitarbeiten. Doch dann wird Carla entführt und zum Opfer wirtschaftlicher Interessen, in die auch ihr Vater Claas verstrickt ist.

Hat er etwas mit dem seltsamen Chemieunfall am Masulu-See zu tun? Die Frage zieht sich durch den Zweiteiler. Denn Claas Lohmann befürwortet die Privatisierung der weltweiten Wasserversorgung. Als Vorstandsmanager hat er für den Energie- und Wasserkonzern Gerag ein Szenario entwickelt. Und dies scheint die Vorlage für den vermeintlichen Unfall in Südafrika zu sein. Aber würde der ehrgeizige Mann tatsächlich so weit für seine Karriere und für wirtschaftlichen Gewinn gehen?

Um Wasser, Energie und Klimaschutz dreht sich die Themenwoche „Burnout – der erschöpfte Planet“ ab Montag, 14. November. Sie bietet Dokumentationen, Reportagen, Diskussionen auf ZDF, ZDF.neo und dem Kinderkanal. Und zum Einstieg ins Thema gibt es einen gut besetzten Thriller über den Umgang mit der knappen Ressource Wasser.

Die Idee von der Privatisierung von Gewässern oder der Wasserversorgung im Film ist nicht weit hergeholt. Die gibt es bereits, wie Claudia Pahl-Wostl darlegt. Die Professorin für Ressourcenmanagement an der Universität Osnabrück führt als Beispiel Länder wie Australien und Brasilien an, wo es eine Privatisierungswelle gegeben habe. Doch aus den Erfahrungen habe man gelernt. „Privatisierung ist nicht das Allheilmittel gegen ineffiziente Behörden“, erläutert Pahl-Wostl auf Anfrage. Heutzutage wird vielmehr auf Public-private-Partnership gebaut – die Kooperation zwischen staatlichen Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen. Dabei gebe es zumeist eine staatliche Kontrollinstanz.

Globale Firmen seien jedoch in Sachen Nutzungsrechte dominant, führt die Wissenschaftlerin weiter aus. Dies kann zu verzerrten Preisgefügen und Korruption führen – unter deren Auswirkungen vor allem Arme zu leiden haben.

„Südafrika hat eine fortschrittliche Gesetzgebung, was das Wasserrecht betrifft“, sagt Pahl-Wostl. Hier ist es das Ziel, die Grundversorgung mit Wasser zu sichern – im Jahr 2010 haben die Vereinten Nationen Trinkwasser zu einem Menschenrecht erklärt. „Das Problem ist aber, dass die Regierung nicht in der Lage ist, die Gesetze umzusetzen“, sagt sie mit Blick auf die ungeheure Verschmutzung des Grundwassers durch die Minennutzung um Pretoria.

„Die Kriege der Zukunft werden um Wasser geführt“, sagte 1990 der spätere UN-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali. Claudia Pahl-Wostl wägt ab. Sicher sei, dass die Wasserknappheit in bestimmten Regionen zunehme. Aber: Ob es dann zu Krieg komme, sei abhängig davon, welche Beziehungen zwischen den Ländern herrschen. Ist die Stimmung in einer Region gut, seien auch Kooperationen möglich, meint die Expertin, die eher die Gefahr sozialer Unruhen durch Wasserknappheit kommen sieht.

Wie die Veränderung des Klimas zu einer Bedrohung für den Weltfrieden werden kann, beleuchten Claus Kleber und Angela Andersen in ihrer zweiteiligen Dokumentation. Mit „Machtfaktor Erde“ ist ihnen ein Beitrag gelungen, der Hintergründe aufzeigt, die nicht minder spannend sind wie der Thriller „Burnout“. Aber sie sind Realität und kein Spielfilm.

Verschollen am Kap: Montag, 14. November, und Donnerstag, 17. November, jeweils um 20.15 Uhr; Machtfaktor Erde. Montag, 14. November, 21.45 Uhr; Dienstag, 15. November, 23.15 Uhr; Das Blut der Welt: Öl. Mittwoch, 16. November, 23 Uhr; Donnerstag, 17. November, 23.15 Uhr; Maybritt Illner, Donnerstag, 17. November, 21.45 Uhr. Mehr unter www.zdf.de

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