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P.E.N.-Zentrum fordert Abzug aus Afghanistan
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Autor: Elke Schröder 30. Mai 2010 16:47 Uhr Mehr Artikel von dieser Autorin

Schriftstellervereinigung: Kampf gegen Taliban militärisch nicht zu gewinnen

P.E.N.-Zentrum fordert Abzug aus Afghanistan

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es Osnabrück. Das deutsche P.E.N.-Zentrum hat zum Abschluss seiner Jahrestagung am Wochenende in Osnabrück den raschen Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan gefordert. Eine entsprechende Erklärung sei einstimmig beschlossen worden, teilte P.E.N.-Generalsekretär Herbert Wiesner mit. In dem Beschluss drängen die Autoren auf ein Ende der Kampfhandlungen, weil der Krieg gegen die Taliban militärisch nicht zu gewinnen sei und dem Land am Hindukusch keinen Frieden bringen könne. „Der jetzt geführte Krieg erzeugt nichts anderes als Krieg. Die Errichtung einer Zivilgesellschaft kann nur im Frieden gelingen“, hieß es. Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan hatte die Schriftsteller bereits am ersten Tagungstag beschäftigt.

Die internationale Schriftstellervereinigung P.E.N. versteht sich als Stimme weltweit verfolgter Autoren. Das Writers in Prison Committee mit Sitz in London, das vor 50 Jahren eingerichtet wurde, sammelt dazu Informationen. 900 Fälle von Verfolgungen weltweit sind dem P.E.N. 2009 bekannt geworden, berichtete Dirk Sager, Vizepräsident des deutschen P.E.N.-Zentrums. Darunter sind 35 ermordete und 267 inhaftierte Autoren. „Ein Ende der weltweiten Verfolgungen ist nicht abzusehen – im Gegenteil“, sagte der deutsche Writers-in-Prison-Beauftragte des P.E.N.

Die Schriftsteller verurteilen zudem „die mit Rufmord und Justizintrigen betriebene Kampagne“ gegen den spanischen Untersuchungsrichter Baltasar Garzón Real. Der deutsche P.E.N. hatte ihm 2009 den Hermann-Kesten-Preis verliehen, weil er sich unter anderem gegen die Rechtfertigung von Folter gewandt habe, hieß es. „Nun soll Garzón durch die Entlassung aus dem Amt entmachtet werden. Rechtsgerichtete Kreise in Spanien wollen damit verhindern, dass Garzón wegen der tausendfachen Morde in Zeiten der Franco-Diktatur ermittelt und die Verantwortlichen namhaft macht“, erklärte das P.E.N.-Zentrum. Die Schriftstellervereinigung fordert die deutsche Bundesregierung auf, für den zurzeit gegen Garzón geführten Prozess einen Beobachter zu entsenden. Zudem setzt sich der P.E.N. für die Freilassung des US-Journalisten Mumia Abu-Jamal ein, „der wegen angeblichen Polizistenmordes seit 25 Jahren im Gefängnis sitzt und vom Vollzug der Todesstrafe bedroht ist“, so der P.E.N. Gemeinsam mit dem amerikanischen P.E.N. forderten die deutschen Schriftsteller außerdem eine Wiederaufnahme des Verfahrens.



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