Noz
Kontakt

·

Digitalabo

·

Shop

·

Tippspiel

Startseite

|

Deutschland & Welt

|

Kultur

|

Harald Schmidt und Mozarts „Schauspieldirektor“
Kultur

Schrift
 Drucken  Versenden Empfehlen auf:      

Quelle: dpa/Neue Osnabrücker Zeitung 22. Januar 2012 16:53 Uhr

Sämtliche Zielgruppen verfehlt

Harald Schmidt und Mozarts „Schauspieldirektor“

Düsseldorf. Über Harald Schmidts Singspiel- Deutschlandtournee scheint kein guter Stern zu stehen. Zwei Auftakttermine wurden mangels Kartennachfrage bereits verschoben. Als der Entertainer mit Mozarts „Schauspieldirektor“ am Samstagabend endlich Premiere in der Düsseldorfer Tonhalle hatte, geschah dies vor halb leeren Rängen.

 
Pointen werden zu Rohrkrepierern: Harald Schmidt bei der Premiere des „Schauspieldirektors“. Foto: dpa  Vergrößern

– Anzeige – Ihre Anzeige hier



Zuletzt kommentiert








Kaum mehr als 600 Zuschauer verloren sich im weiten Rund, das über 1800 Gästen Platz bietet. 64 Euro hatte die billigste Karte gekostet, 97 Euro die teuerste. Das sind Preise, die Klassik-Fans sonst eher für ein Spitzenorchester mit gefeierten Star-Solisten hinlegen. Und doch waren es wohl nicht die Preise allein, die das Publikum abschreckten. Es ist vielmehr das Programm. Für das klassische Publikum ist Harald Schmidt kein Grund, überhöhte Preise zu bezahlen. Und den Schmidt-Fans sagt der Name „Concerto Köln“ anscheinend herzlich wenig.

Der Abend ist tatsächlich alles andere als ein typischer Harald-Schmidt-Abend. Vielmehr ist der Entertainer kaum mehr als eine halbe Stunde auf der Bühne, und das auch erst nach der Pause. Die erste Hälfte des Abends ist ein klassisches Konzert: Das ohne Dirigent musizierende Ensemble „Concerto Köln“ spielt mit größter Delikatesse eine Symphonie des unbekannten Wiener Klassikers Henri-Joseph Rigel und die Erste von Beethoven.

Nach der Pause entert Schmidt mit einer schwarzen Mappe unter dem Arm gemeinsam mit drei Sängersolisten die Bühne und nimmt erst einmal Platz. Es folgt die Ouvertüre von Mozarts „Schauspieldirektor“, dann endlich erhebt der Entertainer sich und liest seine Moderation ab, die die gesprochenen Zwischentexte des Singspiels ersetzt.

Schmidt macht mit den Texten gar nicht erst den Versuch, der Vorlage zu folgen, sondern sie kreisen mäandernd um heutigen Theatertratsch, das Leben hinter den Kulissen und die Absurditäten des Regietheaters. Da es bei Mozart ebenfalls um die Eitelkeiten auf und hinter der Bühne geht, liegt Schmidt mit seinen Texten eigentlich nicht wirklich falsch, allerdings können die meisten seiner Witze nur Theater- oder Musik-Experten verstehen.

„Man könnte doch mal Peter Grimes in Dubai inszenieren, open air!“, ruft er in den Saal – kaum ein Lacher antwortet. Denn Benjamin Brittens „Peter Grimes“ ist sogar manchem treuen Opernabonnenten kein Begriff. So verpuffen viele der Pointen, was Schmidt natürlich merkt und schließlich beginnt, die „Rohrkrepierer“ gleich als solche anzusagen.

Die musikalischen Leistungen sind bei Mozart hervorragend, das Sängertrio wird überstrahlt von der phänomenalen Sopranistin Julia Bauer als Madame Herz, in den Schlussgesang stimmt Schmidt schließlich mit schütterem Bariton selbst mit ein. Das ist wiederum nur mäßig witzig. Das Publikum, das im ersten Teil wacker zwischen den Sätzen applaudierte, gibt sich relativ angetan, die Musik rettet den Abend letztlich.

Weitere Termine: 2.3. Glocke Bremen, 3.3., Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld, 4.3. Konzerthaus Dortmund.

 Mehr Kultur

 
  Leserkommentare
Schreiben Sie einen Kommentar




Empfehlen auf:  Facebook  Twitter

2632_1
Endpreis: 9.950 €
Erstzulassung: 01.10.2003
Kilometerstand: 189000 km
Motorenleistung: 120 kW
25723855-1
Endpreis: 28.390 €
Erstzulassung: 01.04.2011
Kilometerstand: 19000 km
Motorenleistung: 147 kW
25330502-1
Endpreis: 10.950 €
Erstzulassung: 01.03.2009
Kilometerstand: 137936 km
Motorenleistung: 81 kW






 Zeitungstitel wählen  Schließen

Wählen Sie Ihren Zeitungstitel: