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Eine Woche Musikvermittlung: „Yeah“ im Medienhaus Neue OZ eröffnet
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Eine Woche Musikvermittlung: „Yeah“ im Medienhaus Neue OZ eröffnet
Eine Woche Musikvermittlung: „Yeah“ im Medienhaus Neue OZ eröffnet
Osnabrück. Zwei Trompeten gegen Horn, Tuba und Posaune, hart geschmetterte Bläserakkorde als Waffen in einem Gefecht der Instrumentengruppen: Wird hier das Konzert zum akustischen Schlachtfeld? Weit gefehlt. Das österreichische „Sonus Brass Ensemble“ führt „Rocky Roccoco“ auf. Die Darbietung beschloss gestern Abend die Eröffnung des „Yeah“-Festivals 2011 im Medienhaus Neue OZ.
„Die Wege zur Musik haben sich verändert“, sagte Dr. Ingrid Allwardt, Geschäftsführerin des Netzwerkes „junge ohren“ in Berlin, vor den Musikern und Zuhörern im Medienhaus am Berliner Platz in Osnabrück. Allwardt forderte verstärkte Anstrengung, um gerade das junge Publikum für klassische Musik zu erreichen. Dafür müssten Brücken gebaut und Grenzen überwunden werden. „Wir haben den Wunsch, das Publikum zwischen acht und 80 zu erreichen“, sagte Allwardt.
Das „Yeah“-Festival, das mit einer Preisvergabe am kommenden Samstag enden wird, versammelt herausragende Beispiele für Musikvermittlung und innovative Aufführungsformen klassischer Musik. Nach den Worten Allwardts sind für das Festival 165 Projekte aus 30 Ländern eingereicht worden. Im Verlauf dieser Woche finden Konzerte an – gemessen am Konzertbetrieb – ungewöhnlichen Orten in Osnabrück statt. Dazu zählen das Alando Palais, das Felix-Nussbaum-Haus und Schulen.
„Mit neuen Möglichkeiten der musikalischen Vermittlung erleben wir etwas völlig Neues in der Stadt Osnabrück“, hatte Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD) zur Begrüßung gesagt. Mit dem Festival löse die Friedensstadt Osnabrück ihren Anspruch ein, „offen und einladend zu sein“. Pistorius lobte die ungewöhnlichen Formen des Festivals, das Bewusstsein für Musik und Geräusche neu zu schärfen, und hob in diesem Zusammenhang das Projekt der „sprechenden Mülleimer“ hervor, die auf den Einwurf von Müll mit Geräuschen reagieren.
Wie Musik in überraschender Weise erlebt werden kann, demonstrierte zu Beginn der Auftaktveranstaltung das Ensemble aus Mitgliedern des Osnabrücker Sinfonieorchesters, das die „Canzon Nr. 20“ des Renaissance-Komponisten Giovanni Gabrieli vortrug – als raumfüllendes Klangerlebnis aus allen Richtungen von fünf Instrumentengruppen. Musik und ihre Aufführung werden dynamisch: Wie dies überzeugend zu bewerkstelligen ist, führte auch das „Quartett Plus 1“ vor. Im Raum umhergehend, verwandelten die vier Musikerinnen Musik von Philip Glass zu einem akustischen Totalerlebnis.
„Wann waren Sie zuletzt so umgeben von Musik?“, fragte Ralf Döring, Kulturredakteur im Medienhaus Neue OZ, in seiner Begrüßung die Gäste. Döring unterstrich die Notwendigkeit der Vermittlung von Musik. Vermittlung stellte er auch als Leitmotiv der Arbeit der Kulturredaktion der Neuen OZ heraus. „Wir sind konstruktiv-kritische Partner, wir kungeln aber nicht“, sagte Ralf Döring und verwies nachdrücklich auf die Personen, die das „Yeah“-Festival ermöglicht hatten – Hans-Jürgen Fip, Vorstandsmitglied der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, als Vertreter des Geldgebers und Prof. Dr. Hans Christian Schmidt-Banse als Ideengeber.
Schmidt-Banse forderte eine Vermittlung, die das musikalische Kunstwerk und den „laienhaften Hörer“ einander wieder annähert. „90 Prozent des Publikums in Konzerten sind vermittlungsbedürftig, freundlich geschätzt“, sagte Schmidt-Banse.
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