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Eine Woche Musikvermittlung: „Yeah“ im Medienhaus Neue OZ eröffnet
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Fanfare für das Festival

Eine Woche Musikvermittlung: „Yeah“ im Medienhaus Neue OZ eröffnet

Osnabrück. Zwei Trompeten gegen Horn, Tuba und Posaune, hart geschmetterte Bläserakkorde als Waffen in einem Gefecht der Instrumentengruppen: Wird hier das Konzert zum akustischen Schlachtfeld? Weit gefehlt. Das österreichische „Sonus Brass Ensemble“ führt „Rocky Roccoco“ auf. Die Darbietung beschloss gestern Abend die Eröffnung des „Yeah“-Festivals 2011 im Medienhaus Neue OZ.

 
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Europa zu Gast in Osnabrück: Eine Auftaktveranstaltung im Medienzentrum der Neuen OZ stimmt am Sonntagabend ein auf das Festival Yeah! Den Auftakt macht das Osnabrücker Symphonieorchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Hermann Bäumer. Auf dem Programm: Musik von Gabrieli, die den ganzen Raum erfüllt: Hier... ... hier... ...hier... ...und hier. Insgesamt 22 Musiker des Osnabrücker Symphonieorchesters haben sich in der großen Halle des Medienzentrums verteilt und bieten ein beeindruckendes Raumerlebnis - musikgewordene Architektur. Natürlich gibt ein solches Ereignis Raum für kleine Gespräche am Rand. Hier zum Beispiel der Impulsgeber des Yeah!-Festivals, Hans Christian Schmidt-Banse (links) im Gespräch mit dem Musiker und Musikpädagogen Rüdiger Quast. Ein Bild mit Seltenheitswert? Die Kulturredaktion im entspannten Plausch mit der Kulturdezernentin: Stefan Lüddemann, Ralf Döring und Rita Maria Rzyski. Worüber hier verhandelt wird? Das wissen nur Ingrid Allwardt, die Leiterin des Yeah!-Festival, und der Osnabrücker Oberbürgermeister Boris Pistorius. Wenn der Worte genug gewechselt sind, folgt die Musik: Hier das Quartett PLUS 1. Die vier Frauen bieten ebenfalls ein musikalisches Raumerlebnis: Sie durchschreiten mit Musik von Philip Glass die Halle. Noch einmal: Das Quartett PLUS 1. Ohne ihn wäre Yeah! vermutlich nicht geboren worden: Hans-Jürgen Fip sorgte als Vorstand der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte für die finanzielle Ausstattung. Er ist der Gastgeber und darf sich auf ein Festival von europäischem Zuschnitt in seiner Stadt freuen: Oberbürgermeister Boris Pistorius. Und hier noch einmal die beiden Initiatoren: Ingrid Allwardt und Hans Christian Schmidt-Banse. Bleibt nur noch, dem Festival einen guten Verlauf zu wünschen.

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„Die Wege zur Musik haben sich verändert“, sagte Dr. Ingrid Allwardt, Geschäftsführerin des Netzwerkes „junge ohren“ in Berlin, vor den Musikern und Zuhörern im Medienhaus am Berliner Platz in Osnabrück. Allwardt forderte verstärkte Anstrengung, um gerade das junge Publikum für klassische Musik zu erreichen. Dafür müssten Brücken gebaut und Grenzen überwunden werden. „Wir haben den Wunsch, das Publikum zwischen acht und 80 zu erreichen“, sagte Allwardt.

Das „Yeah“-Festival, das mit einer Preisvergabe am kommenden Samstag enden wird, versammelt herausragende Beispiele für Musikvermittlung und innovative Aufführungsformen klassischer Musik. Nach den Worten Allwardts sind für das Festival 165 Projekte aus 30 Ländern eingereicht worden. Im Verlauf dieser Woche finden Konzerte an – gemessen am Konzertbetrieb – ungewöhnlichen Orten in Osnabrück statt. Dazu zählen das Alando Palais, das Felix-Nussbaum-Haus und Schulen.

„Mit neuen Möglichkeiten der musikalischen Vermittlung erleben wir etwas völlig Neues in der Stadt Osnabrück“, hatte Osnabrücks Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD) zur Begrüßung gesagt. Mit dem Festival löse die Friedensstadt Osnabrück ihren Anspruch ein, „offen und einladend zu sein“. Pistorius lobte die ungewöhnlichen Formen des Festivals, das Bewusstsein für Musik und Geräusche neu zu schärfen, und hob in diesem Zusammenhang das Projekt der „sprechenden Mülleimer“ hervor, die auf den Einwurf von Müll mit Geräuschen reagieren.

Wie Musik in überraschender Weise erlebt werden kann, demonstrierte zu Beginn der Auftaktveranstaltung das Ensemble aus Mitgliedern des Osnabrücker Sinfonieorchesters, das die „Canzon Nr. 20“ des Renaissance-Komponisten Giovanni Gabrieli vortrug – als raumfüllendes Klangerlebnis aus allen Richtungen von fünf Instrumentengruppen. Musik und ihre Aufführung werden dynamisch: Wie dies überzeugend zu bewerkstelligen ist, führte auch das „Quartett Plus 1“ vor. Im Raum umhergehend, verwandelten die vier Musikerinnen Musik von Philip Glass zu einem akustischen Totalerlebnis.

„Wann waren Sie zuletzt so umgeben von Musik?“, fragte Ralf Döring, Kulturredakteur im Medienhaus Neue OZ, in seiner Begrüßung die Gäste. Döring unterstrich die Notwendigkeit der Vermittlung von Musik. Vermittlung stellte er auch als Leitmotiv der Arbeit der Kulturredaktion der Neuen OZ heraus. „Wir sind konstruktiv-kritische Partner, wir kungeln aber nicht“, sagte Ralf Döring und verwies nachdrücklich auf die Personen, die das „Yeah“-Festival ermöglicht hatten – Hans-Jürgen Fip, Vorstandsmitglied der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, als Vertreter des Geldgebers und Prof. Dr. Hans Christian Schmidt-Banse als Ideengeber.

Schmidt-Banse forderte eine Vermittlung, die das musikalische Kunstwerk und den „laienhaften Hörer“ einander wieder annähert. „90 Prozent des Publikums in Konzerten sind vermittlungsbedürftig, freundlich geschätzt“, sagte Schmidt-Banse.


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