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Tippspiel
Libeskind im Blick
Osnabrück. Vom 13. bis 19. November findet das Yeah!-Festival statt, das Projekte präsentiert, die vor allem junge Menschen an klassische und zeitgenössische Musik heranführen sollen. Im Rahmen des Festivals wird der „Young European Award“ verliehen. In einer Serie stellen wir Finalisten vor, die von einer Jury aus 165 Bewerbungen für die Endrunde ausgewählt wurden.
„Void“ ist der Titel eines Vermittlungsprojekts, das sich mit der Architektur Daniel Libeskinds auseinandersetzt. Der amerikanische Architekt, der sowohl das Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus als auch das Jüdische Museum in Berlin entwarf und realisierte, beeindruckte mit seinem Stil den deutschen Komponisten Nikolaus Brass. Als der das Berliner Museum besuchte, war er extrem fasziniert: „Ich wurde zum Resonanzkörper für Klänge, die ich in diesem Gebäude gespürt habe“, erinnert sich Brass, der diese Vibrationen wenige Monate später in das Stück „Void I für Klaviersolo“ umwandelte.
Das wiederum nahmen Musikpädagogen zum Ausgangspunkt für ein Projekt, das 2009 in der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel stattfand. Im Rahmen der „Hamburger Klangwerktage, Festival für zeitgenössische Musik“, engagierte die künstlerische Leiterin Christiane Leiste Christophe Rosenberg von der Cite de la Musique in Paris, auf dass er mit französischen und deutschen Schülern zusammen eine multimediale Komposition entwickle.
Die Schüler der École Perceval Paris und der Rudolf-Steiner-Schule in Hamburg besuchten zunächst das Jüdische Museum in Berlin, dann fanden sie sich in der Kulturfabrik Kampnagel zusammen, um ihre Eindrücke vom Bauwerk und der damit verbundenen Geschichte kreativ zu verarbeiten. Interessanterweise gab es Schüler, die bereits ein Musikinstrument beherrschten, derweil andere mit der musikalischen Äußerung eher Neuland betraten. In einem intensiven Prozess lernten sie sich zunächst kennen, dann wurde kollektiv an der Entwicklung von Klängen gearbeitet. Am Ende des Workshops führten die Schüler ihre Komposition vor Publikum auf. Unter den Zuschauern befanden sich auch Architekt Libeskind und Komponist Brass, die sich erfreut über das Zustandekommen dieser internationalen Kooperation äußerten.
Einen Film, der den gesamten Workshop sowie die Aufführung von „Void“ dokumentiert, in dem Daniel Libeskind und Nikolaus Brass zu dem Projekt Stellung nehmen, aber auch Christiane Leiste und Christophe Rosenberg über die Idee und deren Realisation sprechen, wird im Zeitraum des Yeah!-Festivals im Vortragssaal des Felix-Nussbaum-Hauses während der regulären Öffnungszeiten zu sehen sein.
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