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Tippspiel
Bössmann feierte sich und das Klavier
Was liegt näher für ein Musikgeschäft, als seinen 90. Geburtstag mit einem Konzert zu feiern? Und wenn es sich wie bei Musikhaus Bössmann um ein Familienunternehmen handelt, dessen Gründer Hermann Bössmann im Jahr 1919 mit einer Klavierbau-Werkstatt begann, ist es auch selbstverständlich, dass dem Klavier bei der Geburtstagsfeier eine zentrale Rolle eingeräumt wird.
Da geht es etwa um Tastenwunder, aber auch um Tastenkummer, um große Virtuosen wie Chopin und Liszt, aber auch um frustrierte Klavierlehrerinnen. Und natürlich um das Klavier selbst, um dieses „übergewichtige Wesen“, das so „zärtliche Empfindungen“ wecken kann; das nur ein „Möbelstück“ ist, wenn nicht „wach geküsst“ wird, „was in ihm schlummert“.
So geht es munter weiter. Das Klavier als „verschwiegener Beichtstuhl“, gar als Instrument der „psychoanalytischen Ichfindung“: Zu allen Facetten haben die Vortragenden treffliche Bonmots gefunden.
Dazwischen lässt das Pianistenpaar, das sich gegenübersitzt, die Musik von Bach, Mozart, Chopin und Gershwin selbst sprechen. So meisterhaft, dass man gerne auch einmal ein vollständiges Wek von ihnen interpretiert hören würde.


