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Tippspiel
Echte Rennfahrer zünden mit links
Osnabrück. Das kennen Sie sicher: Da hüpft man morgens frohgemut in seinen Porsche, will den Motor starten, und dann das: kein Zündschloss da! Zumindest nicht da, wo es sonst bei Autos üblicherweise ist. Ein Porsche nämlich trägt das Zündschloss traditionell nicht rechts vom Lenkrad, sondern links.
Der Grund: Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans gab es früher diesen eigenartigen Start, bei dem die Fahrer über die Fahrbahn zu ihren Fahrzeugen sprinten mussten: reinhechten, den Motor anlassen und losfahren. Damit keine Zeit vergeudet wurde, baute Porsche irgendwann den Startknopf links vom Lenkrad ein. Und damit sich jeder noch so rostige Scheunenfund fühlen kann wie ein ausgewachsenes Rennauto, bekamen alle Zuffenhausener Autos (außer den Pseudo-Porsches 914, 924 und 944) das Zündschloss an der linken Seite.
Der Le-Mans-Start wurde 1969 aufgegeben, denn die Fahrer pflegten sich aus Zeitgründen gar nicht erst anzuschnallen. Das führte am 14. Juni 1969 dazu, dass der Brite John Woolfe gleich in der ersten Runde sehr unschön starb. Vor den Augen der eigens für das Rennen angereisten Familie wurde er aus seinem Porsche 917 geschleudert. Er hatte sich noch nicht angeschnallt – und konnte nicht mehr gerettet werden.
Der riskante Start wurde nach dem tragischen Vorfall umgehend abgeschafft. Geblieben ist das links liegende Zündschloss, das übrigens in Tuningkreisen als so tolles Statussymbol gilt, dass man sogar in tiefen/breiten/harten Sciroccos und Corsas das Zündschloss nach links umbaut. Was wiederum echte Porsche-Piloten auf die Barrikaden treibt: „Schätze, dass ein Wochenendseminar gegen Komplexe günstiger wäre.“ Vielleicht sollten einfach alle zusammen zu dem Seminar gehen.
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