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Autor: Waltraud Messmann 07. Februar 2012 16:37 Uhr  Mehr Artikel von dieser Autorin

Studie: Kinder haben Wörtchen mitzureden – Strenge bei Nutzung von Online-Inhalten

Familien im Gespräch

Köln. In deutschen Familien hat auch der Nachwuchs was zu sagen: Nur vier Prozent der Kinder haben das Gefühl, in Diskussionen nicht zu Wort zu kommen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest und des Südwestrundfunks (SWR).

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An der FIM-Studie (Familie, Interaktion & Medien) haben bundesweit 468 Eltern und 388 Kinder teilgenommen. Die 260 Familien wurden ausführlich befragt und führten auch ein „Familientagebuch“.

Dabei zeigte sich, dass die Mehrheit der Befragten mit dem Wort Familie die Begriffe „Zusammenhalt und Zusammengehörigkeit“, „Geborgenheit“ und das „Großziehen der Kinder“ verbindet. Sie sehen die Familie als positiv und harmonisch, als Ort der Gemeinschaft, Unterstützung und des Vertrauens. Nur zwei Prozent der Kinder verbinden spontan negative Aspekte mit der Familie.

An einem Durchschnittstag verbringen Eltern der Studie nach gut fünf Stunden mit ihren Kindern. Für Montag bis Freitag geben Frauen dabei einen doppelt so hohen Wert wie die Männer an. Auch am Wochenende verringert sich dieser Abstand nur leicht. Während jeder fünfte Elternteil mit der gemeinsam verbrachten Zeitspanne weniger oder gar nicht zufrieden ist, kommen 94 Prozent der befragten Kinder mit dem gemeinsamen Zeitbudget zumindest weitgehend klar. In jeder zweiten Familie kümmern sich beide Eltern um die Erziehung.

Die freie Zeit der Kinder ist vor allem durch schulische Aktivitäten und Hobbys begrenzt. Durchschnittlich 1,8 feste Termine – zum Beispiel für Sportvereine, Musikstunden oder Jugendgruppen – nehmen die Kinder in den befragten Familien durchschnittlich pro Woche wahr.

Zu den wichtigsten gemeinsamen Aktivitäten zählen die Mahlzeiten und Gespräche. Bei fast allen Themen dominiert aber die Mutter als Ansprechpartnerin. Ein gefragter Gesprächspartner bei Sportereignissen und rund um das Thema Computer und Medientechnik ist allerdings der Vater.

Die wichtigste Tageszeit für Gespräche ist der Abend. Das wichtigste Medium in den Familien ist das Fernsehen. Fast drei Viertel aller Kinder und Jugendlichen von 3 bis 19 Jahren schauen regelmäßig (mindestens mehrmals pro Woche) gemeinsam mit ihren Eltern fern. 45 Prozent der Eltern hören regelmäßig mit ihren Kindern gemeinsam Radio, und 13 Prozent gehen regelmäßig zusammen ins Internet. Bücher spielen vor allem für die jüngsten Kinder eine wichtige Rolle: 82 Prozent der 3- bis 5-Jährigen bekommen regelmäßig von ihren Eltern vorgelesen oder lesen gemeinsam mit ihnen.

Regeln sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des familiären Lebens und der Kindererziehung. Die meisten Regeln, im Durchschnitt acht, haben Familien mit 6- bis 11-jährigen Kindern. Regeln zur Schlafenszeit sind am weitesten verbreitet.

Bei den Medien ist etwas häufiger geregelt, welche Inhalte konsumiert werden dürfen, als die Nutzungszeit. Daran wird sich auch meist strikt gehalten. Die Nutzung von Online-Inhalten ist somit der am strengsten geregelte Bereich.

Medial sind die Familien meist sehr gut ausgestattet. Computer, Internet, Fernseher, Radio, Handy und TV-Rekorder finden sich in fast jedem Haushalt. Spielkonsolen sind bei Familien mit Kindern ab 6 Jahren zu 84 Prozent vorhanden; etwa jeder fünfte Haushalt besitzt einen Tablet-PC. Auch die Kinder sind gut ausgestattet. Einen eigenen Computer für sich oder gemeinsam mit den Geschwistern haben 17 Prozent.

97 Prozent der Haushalte haben einen Internetanschluss, und drei Viertel der Eltern sind regelmäßige Internetnutzer. Eltern nutzen Preisvergleichsseiten (42 Prozent), Suchmaschinen (25) und soziale Netzwerke (24). Vor allem jüngere Eltern sind auf Facebook aktiv.

Bei den Kindern und jungen Erwachsenen (6 bis 19 Jahre) sind Communitys von besonderer Bedeutung. Facebook zählt für jeden Dritten zu den beliebtesten Seiten, es folgen YouTube und die VZ-Netzwerke.

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