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Pädagoge setzt erfolgreich iPad ein: Lernen statt lehren im digitalen Klassenzimmer
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Pädagoge setzt erfolgreich iPad ein: Lernen statt lehren im digitalen Klassenzimmer
Pädagoge setzt erfolgreich iPad ein: Lernen statt lehren im digitalen Klassenzimmer
Osnabrück. Vom Pflegen des schuleigenen Wikis über die Internetrecherche bis hin zur iPad-Band, die im Musikunterricht eigene Songs einspielt: Lehrer setzen Tablet-Computer bereits vielfältig ein. An der Kölner Kaiserin-Augusta-Schule hat der Religions- und Musiklehrer André Spang (44) seit einem Jahr das iPad erfolgreich als Lernmedium etabliert. Er glaubt, dass dem digitalen Klassenzimmer die Zukunft gehört. Das Lernen und der Output der Schüler verbesserten sich messbar. Statt Lehren sei Lernen angesagt.
Wie würden Sie Ihre bisherigen Erfahrungen mit dem iPad als Lernmedium zusammenfassen?
Ich kann das iPad nur positiv beurteilen: Es ist ein Tool, das sich im Unterricht sehr gut einsetzen lässt, weil es gut in der Handhabe und mobil ist. Auf der technischen Seite hält es auch mit dem Akku sehr lange durch. Anders, als wenn man erst in den Computerraum gehen, die Geräte starten muss und die Bildschirme dann zwischen den Schülern stehen, wird der Unterrichtsfluss nicht gebremst. Wir müssen den Raum nicht ändern und können die Geräte herumreichen.
Was haben Sie denn zum Beispiel heute mit Ihrer Klasse gemacht?
Wir haben gerade per Wireless zum ersten Mal probiert, die Inhalte auf den Beamer zu schicken. Das war ganz toll. Die Schüler haben Bilder entwickelt und sie dann vom Platz aus nach vorne projiziert. Wir arbeiten aber auch ganz viel im Netz auf einem Wiki (Anmerkung der Redaktion: Ein Wiki ist ein System für Webseiten, deren Inhalte von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online direkt im Browser geändert werden können). In der letzten Stunde haben wir auf einem Blog gepostet. Das hat auch gut funktioniert.
Ein Medienwissenschaftler sagt, durch das iPad würde eine Transformation des Lehrens ins Lernen ermöglicht ? Stimmen Sie dem zu?
Ja, so sieht es aus. Ich habe gerade mit dem iPad eine Doppelstunde in der Mittelstufe gegeben, die ich sonst sehr stark führen muss. Da kann ich eigentlich an die Schüler abgeben, die arbeiten komplett selbstständig, und ich muss eigentlich nur noch koordinieren. Das darf man sicher nicht zu hoch hängen. Das ist ja auch nicht hochwissenschaftlich. Aber in diesen Unterrichtsstunden findet mit dem iPad Interaktion statt. Ich bin als alleiniger Inhaber des Wissens raus. Das finde ich ganz wichtig. Die Rolle des Lehrers ändert sich komplett, und das ist natürlich auch erst einmal schwierig. Besonders die ältere Garde, zu der ich mich auch zähle, muss komplett umdenken. Das ist nicht einfach. Aber wenn man das macht, merkt man, das Lernen und der Output der Schüler verbessern sich messbar.
Und die Motivation ...
Die verbessert sich sowieso. Wenn ich die iPads nicht dabei habe, dann kommt eigentlich schon gleich die Frage: Sind die iPads nicht da? Kürzlich hatte ich eine Vertretungsstunde, da hatte ich sie zufällig dabei. Die Schüler haben sofort gefragt, ob sie sie nicht nutzen können. Sie hätten Aufgaben und könnten sie mit dem iPad besser lösen und noch zusätzliche Quellen lesen oder Verständnisfragen selber klären.
Stößt der Einsatz der iPads bei den Eltern oder Kollegen auf Vorurteile?
Vorurteile gibt es natürlich. Das Buch ist sozusagen legalisiert. Das iPad ist ein neues Medium, das erst noch legalisiert werden muss. Ich denke, in ein paar Jahren werden wir darüber nicht mehr sprechen. Ich möchte das Buch auch nicht in den Mülleimer schmeißen. Das Buch hat eindeutige Vorteile, das iPad hat andere Vorteile. Man kann nicht einfach sagen, das, was jetzt neu ist, das ist bäh, das mögen wir nicht. Da würde man in der Tat einen gravierenden Fehler machen.
Vermutlich ist die Ablehnung auch darauf zurückzuführen, dass Eltern und Lehrer einen Kontrollverlust fürchten oder sich nicht genau auskennen.
Die Jugendlichen nutzen die Medien ja, und wenn man nicht aktiv mit den Medien umgeht und einfach nur versucht zu reglementieren, wird man sowieso eine Bruchlandung machen. Es wird ja so sein, dass in einem oder zwei Jahren spätestens jeder Schüler permanent im Internet ist, auch die Kleinen. Dann werden sie irgendwann sagen, in der Schule dürfen wir nicht, dann gehen wir raus auf den Pausenhof und machen das einfach dort.
Wie verhindern Sie, dass sich die Schüler während des Unterrichts ständig mit unterrichtsfremden Angeboten beschäftigen?
Wenn mein Unterricht gut geplant ist und die Schüler etwas zu tun haben, dann schweifen sie nicht ab. Auch in einer Stunde ohne iPad werfen die Schüler mit Papierkügelchen, wenn sie nicht gut vorbereitet ist. Außerdem sind ja die Seiten, die wirklich bedenklich wären, prinzipiell gefiltert. Ich habe ja auch die Möglichkeit, das WLAN dichtzumachen, dann können die Schüler nur Apps-basiert arbeiten. Sie könnten natürlich auch auf Facebook gehen. Meines Erachtens nach ist es aber sowieso überlegenswert, soziale Netzwerke in den Unterricht mit einzubeziehen, denn die haben viel Potenzial, was das Lernen betrifft.
Schreiben Sie noch etwas an die Wandtafel?
Heute steht die Adresse des Reli-Blogs an der Tafel, auf den gepostet wird, und der Name der App „Audioboo“ mit der wir Interviews erstellen und ins Netz hochladen, und eine Mailadresse von einem Rechner, auf dem ich Bildbeiträge gesammelt habe, die konnten mir die Schüler mailen. Ansonsten steht an der Tafel nichts.
Gehört dem digitalen Klassenzimmer die Zukunft?
Eindeutig ja. Ich finde, dass digitale Geräte und das Netz im Unterricht genutzt werden, das wird in Zukunft auf jeden Fall so sein.
Direkt zum Blog des Projekts der Kaiserin-Augusta-Schule.
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