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Tippspiel
Wikileaks-Logo als Tattoo
Osnabrück. Internetsymbole prangen längst auch auf der nackten Haut von Netzwerkaktivisten. Auf ihrer Hitliste beliebter Tattoos steht das Logo des Enthüllungsportals Wikileaks ganz oben.
Die Sanduhr mit der Weltkarte gibt Auskunft über die Mission: oben die von dunklen Mächten beherrschte Erde, aus der es Informationen tröpfelt, unten die aufgeklärte Wikileaks-Welt, in der alle Informationen öffentlich sind. „Das Ende des Prozesses ist die vollständige helle Welt, eine Welt der Aufklärung, der Transparenz, des Wissens, der Gerechtigkeit“, heißt es dazu pathetisch. Eines fernen Tages werde diese Welt gewinnen. Entscheidend dafür sei allerdings, dass der Durchlass in der Mitte, jenes Leck (leak), das Wikileaks im Namen trägt, stets offen gehalten wird. Das Wiki im Namen leitet sich von dem hawaiischen Wiki für „schnell“ ab.
Ein ursprünglich für Wikileaks entworfenes Logo wurde ausgerechnet aus Gründen der „political correctness“ verworfen: Auf einer stilisierten Mauer aus Backsteinen erhoben sich drei düstere Gestalten. Von unten wurde die Mauer von einem Maulwurf durchbrochen. Eine deutsche Unterstützerin aber protestierte: Der Entwurf wirke wie die Berliner Mauer. Und so schlug der Sanduhr die Stunde .
Der Erste, der sie sich unter Schmerzen stechen ließ, war wohl der ehemalige Weggefährte von Julian Assange, der Deutsche Daniel Domscheit-Berg. Später gab Assange dem Abtrünnigen zu verstehen, dass er das als armselig und als Geste der Unterwerfung empfunden habe. Domscheit-Berg, der Assange (offenbar anders als der) in tiefer Freundschaft verbunden war, ist nun froh, dass die Sanduhr auf seinem Körper unvollendet blieb.
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28.03.2013
