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Tippspiel
Vor 50 Jahren brachen die Deiche - Sturmflut-Katastrophe in Norddeutschland
Die Katastrophe kommt über Nacht - und sie trifft Hamburg vollkommen unvorbereitet. Sturm und Hochwasser kennt man hier, die Deiche scheinen hoch genug, die Nordsee ist 100 Kilometer weit weg: Viele Menschen wähnen sich sicher und liegen im Schlaf, als die schwerste Naturkatastrophe der Nachkriegszeit in Deutschland über sie hereinbricht.
Die Menschen müssen sich auf ihre Hausdächer retten. Wer es nicht schafft, dem droht der Tod durch Ertrinken.
Retter mussten die Eingeschlossenen mit Schlauchbooten retten.
Das Wasser war eiskalt. Wer sich anders als diese Frau nicht retten konnte, dem drohte nicht nur der Tod durch Ertrinken, sondern auch durch erfrieren.
Besonders betroffen war der Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg - quasi eine Insel umflossen von der Elbe.
Hier hatten sich viele Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg Baracken in Schrebergärten zu Wohnungen umgebaut. Die Behelfsunterkünfte wurden für viele zur tödlichen Falle.
Hier eine Karte, die die Überflutungsgebiete in Hamburg zeigt.
Zur Rettung wurde auch die Bundeswehr eingesetzt. Angeordnet hatte das...
... der damalige Hamburger SPD-Innensenator Helmut Schmidt. Der Einsatz war durch das Gesetz nicht gedeckt, Schmidt sagte später, er habe sich angesichts der Katastrophe nicht um Gesetze gekümmert. Der spätere Bundeskanzler wurde zum Volkshelden.
Einen Einblick vor Ort verschaffte sich auch der damalige Bundespräsident Heinrich Lübke (CDU, Mitte).
Aus den Erfahrungen mit der Flut wurden Konsequenzen gezogen. An Ems und Elbe wurden Deiche erhöht. Seit 2002 befindet sich zudem ein Sperrwerk in der Ems bei Gandersum. Heute hätte die Katastrophe von 1962 mit über 300 Toten geringere Auswirkungen.
Tödliche Sturmflut: Vor 50 Jahren brachen in Norddeutschland unter der Last der Wassermassen die Deiche. Besonders Hamburg traf es hart. Hunderte Menschen verloren in den eisigen Fluten ihr Leben. Fotos: dpa Zum Artikel







