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Briefe afghanischer Mädchen: Frieden auf der Wunschliste ganz oben
Nadia Nashir-Karim (Foto links) ist Vorsitzende des Afghanischen Frauenvereins in Osnabrück. Auf diesem Bild ist sie in der Marefatschule für afghanische Flüchtlingsmädchen in der pakistanischen Stadt Peschawar.
Der Wunschbrief von Gulsoom. Viele der Schüler haben ganz einfache Wünsche.
Am 17. Dezember hat für die Mädchen wie für alle anderen Muslime das neue islamische Jahr begonnen.
Aus diesem Anlass, und weil die Christen gerade Weihnachten feiern, treffen bei der Hilfsorganisation in Osnabrück fast täglich Briefe ein mit den Wünschen und Grußbotschaften der Kinder, erklärt Nadia Nashir-Karim.
Vieles geht der Exil-Afghanin und ihren Mitarbeitern zu Herzen. Etwa wenn ein Schulmädchen völlig selbstlos mitteilt, dass es einen Schreibtisch für die liebe Lehrerin wünscht.
„Es sind ganz verschiedene Botschaften“, fasst Nashir-Karim die Post zusammen. „Dennoch spiegeln sie die große gemeinsame Hoffnung der Mädchen auf ein ganz normales Leben in Frieden und Sicherheit wider.“
Auch Berufswünsche und Lebensperspektiven werden von den Kindern früh reflektiert.
Die Roschani-Mädchenschule in Ghazni liegt mitten im Taliban-Gebiet, erklärt Nashir-Karim. Trotzdem läuft der Unterricht weiter. Und die Kinder wollen lernen - für eine bessere Zukunft.
Auch in der Marefat-Schule sind Kinder wie Pädagogen sehr engagiert. Beide Häuser wurden vom Afghanischen Frauenverein (AFV) in den 1990er Jahren gegründet und seither unterstützt.
Neben den allgemeinbildenden natur- und geisteswissenschaftlichen Fächern erhalten die Mädchen auch Sport- und Kunstunterricht. Viele Eltern drängen darauf, ihre Töchter zur Schule zu schicken.
Die Motivation der Kinder ist enorm. Das erleben Nadia Nashir-Karim, AFV-Schirmherr Roger Willemsen und die Vereinsmitglieder immer wieder bei Besuchen in Afghanistan und Pakistan.
Bereits im Frühjahr dieses Jahres war Nashir-Karims Koffer beim Rückflug nach Deutschland schwerer als bei ihrer Ankunft – beladen mit Bildern und gebastelten Geschenken.
Der Brief der achtjährigen Nourina. Sie wünscht sich nichts anderes als einen gelben Regenschirm für sich und ihre Freunde. In ihrer Fantasie hat der Schirm Ohren, Augen und eine Nase – und ähnelt damit einer Katze.
Die Wünsche der Mädchen nach Stiften, Heften und Schulkleidung kann der Afghanische Frauenverein mit Sitz in Osnabrück nur mit Hilfe seiner Förderer und Spender erfüllen.
Vielleicht kommt bald eine Zeit, in der die Briefe überflüssig werden, meint die AFV-Vorsitzende.
Oder in der neue Schuhe und ein paar Stifte nicht außergewöhnlich für die kleinen Mädchen sein müssen.
"Mein Vater ist blind und wir sind sehr arm“, steht im Brief von Fakhira. „Wir wünschen uns Hilfe, damit sich unser Leben ändert.“
Und die 16-jährige Suheila schreibt auf Englisch: „I want to be a doctor and to be kind and intelligent to help for my country“ (Ich möchte eine Ärztin werden, nett und intelligent, um meinem Heimatland zu helfen). Dazu malt Suheila sich selbst als erwachsene Frau, die mit einem Stethoskop gerade eine Patientin untersucht.
Ein Dankesbrief an den Afghanischen Frauenverein aus dem Kunduz...
...und die deutsche Übersetzung.
Spendenkonto: Afghanischer Frauenverein e.V., Dresdner Bank Koblenz / Commerzbank AG, BLZ 570 800 70, Kontonummer: 0 680 850 500
Links ein im Krieg zerstörtes Haus, rechts ein neues Gebäude mit Gardinen: So malt sich Shikiba die Zukunft aus. Ein gelben Regenschirm mit Katzengesicht wünscht sich die achtjährige Nourina. Die 16-jährige Suheila träumt davon, eine Ärztin zu werden, um ihrem Land zu helfen. Die Wünsche afghanischer Mädchen sind ganz einfach. Nadia Nashir-Karim, Vorsitzende des Afghanischen Frauenvereins in Osnabrück, hat einige Briefe der Mädchen gesammelt. Spendenkonto: Afghanischer Frauenverein e.V., Dresdner Bank Koblenz /Commerzbank AG, BLZ 570 800 70, Kontonummer: 0 680 850 500 Zum Artikel



