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TippspielDas Ich in der Geiselhaft der Elite
Frauen vor Flusslandschaft – das hört sich nach einem wohl komponierten Gemälde mit schönen Damen an, aber auch nach eingefrorenen Gesten, nach leblosen Augen, nach Status quo. Diese Frauen können nicht sehen, sondern sollen nur gesehen werden. Letzteres trifft für die weiblichen Figuren zu, die Heinrich Böll in seinem letzten Roman in den Vordergrund rückt: Es sind Politiker-Ehefrauen, die sich als repräsentatives Beiwerk ihrer Männer im Bonner Machtzirkel zu Beginn der 80er bewegen. Der Fluss ist der Rhein, der alles mitreißt – darunter Menschen mit ihren Sehnsüchten und quälenden Erinnerungen an den Nationalsozialismus.
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Elisabeths Reise zum Ich endet mit der Selbsttötung. Die für die Karriere ihres Mannes erzählte Lebenslüge aus der NS-Zeit wickelt ihr letztlich den Strick um den Hals. Denn an ihrer „politisch unkorrekten“ Wahrheit hat niemand Interesse. Die Heimatlose erhängt sich im Sanatorium, als ihr verhasster Ehemann Minister wird.
Der Generation der 50- bis 70-Jährigen stellt Böll die von den 68ern geprägten 30-Jährigen – Außenseiter – gegenüber, wie die Kellnerin Katharina. Ihr Freigeist wird in die Schranken gewiesen, als sie den Avancen des reichen „Schwamm“ eine Abfuhr erteilt und dieser dafür sorgt, dass sie ihren Job verliert.
In einer Woche: Bernhard: "Auslöschung" (1986).
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