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Tippspiel
Gefährte für die Jahre der Jugend
Niemand ist seiner selbst gewiss. Niemand findet sich – es sei denn in der ständigen Verwandlung. Kaum ein Autor hat dieses Lebensbekenntnis so gelebt und in sein Werk übertragen wie Hermann Hesse. Sein legendärer Roman "Demian" ist beides, Geschichte einer Jugend und zugleich Dokument einer künstlerischen Anstrengung, mit der ein Autor wesentlich zu sich selbst gefunden hat. Für beides gilt, was Hesse in seinem Buch festhielt: "Das Leben jedes Menschen ist ein Weg zu sich selber hin, der Versuch eines Weges, die Andeutung eines Pfades."
In der Tat. „Was das ist, ein wirklich lebender Mensch, das weiß man heute allerdings weniger als jemals, und man schießt denn auch die Menschen, deren jeder ein kostbarer, einmaliger Versuch der Natur ist, zu Mengen tot.“ Solche Sätze mussten unmittelbar nach der Jahrhundertkatastrophe des Ersten Weltkrieges die geheimen Sehnsüchte vieler junger Leute nach einem erfüllten Leben unmittelbar ansprechen. Hesse gibt mit dieser Jugendgeschichte, was viele suchten – Klärung verwirrender Gefühle, die Gewissheit, dem eigenen Leben Ordnung und Richtung geben zu können.
Dafür schildert Hesse den Weg Sinclairs vom behütenden Elternhaus bis in die Schützengräben des Ersten Weltkrieges, entfaltet eine Biografie als Prozess des Reifens, der jedoch ohne Krisen und Brüche nicht zu haben ist. Sinclairs mit psychologischer Tiefenschärfe geschilderter Lebensweg bietet sich in dem Roman als Parcours prägender Begegnungen dar. Konflikte mit dem Vater, Bedrohung durch den dämonischen Franz Kromer, Liebe zur jungen Beatrice und der reifen „Frau Eva“ – Persönlichkeit wächst bei Hermann Hesse in den Herausforderungen, die sie besteht.






