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Flughafen-Streik: Keine Spur von Chaos

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Autor: Dirk Fisser 20. Februar 2012 18:26 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Vorfeldmitarbeiter verlängern Ausstand in Frankfurt – Kritik am Verhalten der Spartengewerkschaft

Flughafen-Streik: Keine Spur von Chaos

df/dpa/dapd Frankfurt/ Osnabrück. Tief in der Nacht zu Montag fällte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) die Entscheidung: Der Frankfurter Flughafen wird noch bis Mittwochmorgen von den rund 200 Vorfeldmitarbeitern bestreikt. Zunächst hielten sich am wichtigsten deutschen Drehkreuz die Auswirkungen aber in Grenzen.

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Gestern fielen am zentralen deutschen Drehkreuz insgesamt nur 240 von 1271 geplanten Flügen aus, wie eine Fraport-Sprecherin am Abend sagte. „Bislang läuft alles ruhig, die Passagiere haben sich darauf eingestellt“, betonte ein Flughafen-Sprecher. Flughafen-Mitarbeiter waren nach Schnellschulungen als Ersatz eingesprungen, das große Chaos blieb somit aus.

Die Streikenden hatten am Montagmorgen die dritte und mit 48 Stunden bislang längste Runde ihres Arbeitskampfes eingeläutet. Die GdF bekräftigte ihre Entschlossenheit, ihre Forderungen durchzusetzen. Diese brächten nach Angaben von Fraport für einzelne Beschäftigte bis zu 70 Prozent höhere Gehälter.

Die GdF hingegen bestreitet diese Angabe und will im Arbeitskampf nicht einknicken: „Wir hoffen, dass die Erhöhung des Drucks zu einem Einlenken von Fraport führt“, so ein Gewerkschaftssprecher gestern.

Die geforderte Bezahlung stehe in keinem Verhältnis zu ähnlichen Tätigkeiten auf dem Flughafen, betonte hingegen das Flughafenmanagement gestern.

Deutliche Kritik äußerte auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Bislang sei durch den Streik ein Schaden von 100Millionen Euro entstanden. Der Streik zeige, so Hundt, dass „die Tarifeinheit schnellstens gesetzlich geregelt werden muss“. Andernfalls könne eine Minderheit wie die Gewerkschaft der Flugsicherung weiterhin ihre Sonderinteressen durchsetzen, auf Kosten Dritter.

Wenig begeistert vom Gebaren der GdF zeigte sich auch die Gewerkschaft Komba, in der ebenfalls Frankfurter Flughafenmitarbeiter organisiert sind. Markus Kohler, Vorsitzender des Arbeitskreises Verkehrsflughäfen, sagte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Das Verhalten ist unsolidarisch. Die GdF missbraucht den Begriff Gewerkschaft.“ Das Verhalten sorge für eine Spaltung der Belegschaft in Frankfurt, die Lohnforderungen seien „abgehoben“. Die Komba erkläre sich „solidarisch mit dem arbeitenden Teil der Angestellten am Frankfurter Flughafen“, sagte Kohler.

Sechs Ausfälle am FMO

Der Streik in Frankfurt beeinträchtigt auch den Betrieb an kleineren Flughäfen. Am Flughafen Münster/Osnabrück beispielsweise fielen gestern drei Flüge aus – zwei Landungen und ein Start. Für heute rechnet FMO-Sprecher Andres Heinemann damit, dass sechs Verbindungen annulliert werden müssen.

Rund 300 Passagiere seien davon betroffen. Nur sehr vereinzelt würden aber Fluggäste am FMO stranden. „In der Regel werden sie vorher durch ihre Fluggesellschaften über Ausfälle informiert“, sagte Heinemann und verweist zudem auf die Internetseite des FMO. Unter www.fmo.de findet sich der aktuelle Stand zu Flugausfällen.


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