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TippspielKommentar: Zaudern, zögern, zweifeln
Wortreich haben die Sprecher der Fraktionen im Bildungsausschuss ihre Entscheidung verteidigt, über die Einrichtung von gymnasialen Zweigen an Oberschulen erst Anfang 2013 zu befinden. Diejenigen Elternvertreter, die der Sitzung beiwohnten, überzeugten sie mit ihren Argumenten nicht. Die Frage, welche Strategie die Kreistagspolitiker dabei verfolgen, blieb unbeantwortet.
Nachvollziehbar ist das Zaudern bei den Sozialdemokraten und Grünen. Sie setzen auf ihren Sieg bei der Landtagswahl in Niedersachsen in gut zwölf Monaten. Sollte Rot-Grün das Ruder in Hannover übernehmen, steht auch ein Wechsel in der Schulpolitik an. Beide Fraktionen sind Befürworter Integrierter Gesamtschulen. Ob ihr Kalkül aufgeht?
Das Zögern von CDU und FDP hingegen ist unverständlich. Die schwarz-gelbe Landesregierung legt eine Schulreform vor, von deren Möglichkeiten ihre Basis nicht vollends überzeugt ist. Mehr noch, Christdemokraten und Liberale im Landkreis hegen offenbar starke Zweifel.
2010 hat die Landesregierung ihre Schulpolitik neu ausgerichtet. 2012 spricht sich die Kreispolitik dafür aus, erst 2013 zu entscheiden, wie sie mit den Vorgaben umgehen will. Wenn Eltern hier von Versäumnissen sprechen, dürfen sich die Fraktionen nicht wundern.
Die Reform ist somit im Kreis vorerst gescheitert. Verlierer sind die Kinder, die weite Wege zu ihren Schulen zurücklegen müssen.







18.05.2012
