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TippspielFavres Gladbacher kontern wie einst die „Fohlen“
Mönchengladbach. Ein rauschhafter Abend, ein toller Sieg und die Hoffnung auf eine Renaissance: Borussia Mönchengladbach feierte an diesem Freitagabend nicht nur den ersten Heimsieg gegen den FC Bayern München seit dem 30. Oktober 2004 [Jahreszahl korrigiert, in einer ersten Version dieses Artikels war fälschlicherweise von 1984 die Rede] (2:0), sondern einen der stolzesten Tage der jüngeren Geschichte.
„Wir haben gut gespielt, es war schwer für die Bayern, Lücken zu finden. Und es war wichtig, dass wir wenige Fouls gemacht haben“, sagte Lucien Favre. Triumphgeheule ist dem Schweizer Trainer fremd, genauso beharrlich verweigert er Einblicke in seine Trainingsmethoden und versteckt sich lieber hinter Allgemeinplätzen.
Dabei ist die Entwicklung der Borussia verblüffend. Vor einem Jahr gingen die Gladbacher als Schlusslicht in die Rückrunde, mit sieben Punkten Rückstand zum rettenden Ufer. Doch dann kam Favre, wendete den dritten Abstieg in der Relegation gegen Bochum ab – und muss sich nun der Träume von der ersten Europapokal-Teilnahme seit 1997 erwehren.
Sie spielen wie die „Fohlen“ der goldenen Jahre: Blitzschnell aus der Abwehr mit Steilpässen in die Tiefe des Raumes – wer diese Zeit erlebt hat und Marco Reus sieht, denkt zwangsläufig an Allan Simonsen. „Holen wir jetzt schon Kinder?“, soll der Legende nach Berti Vogts gefragt haben, als der zart gebaute Däne sich am Bökelberg vorstellte. Er wurde ein Stürmer der internationalen Klasse, körperlos, elegant, pfiffig und frech. Aber das nur auf dem Spielfeld.
Das gilt auch für Reus. Ruhig beantwortete er die Fragen, die gestern auf ihn einprasselten. Nein, an seinen Wechsel nach Dortmund habe er nicht gedacht. Ja, es sei ein gutes Spiel gewesen. Und man jetzt um die Meisterschaft mitspielen werde, das könne man nicht sagen.
Wie gekniffen die Bayern waren, konnte Bastian Schweinsteiger im „Sky“-Studio nicht verbergen. „Ich verstehe gar nicht, dass der Platz so schlecht war. Vor dem 1:0 ist dem Manu der Ball wegen des Platzes versprungen, das war ein katastrophaler Rasen“, nuschelte der Nationalspieler.
Bessere Ausreden hatte auch Philipp Lahm nicht, der meinte, seiner Mannschaft sei nichts vorzuwerfen. Ihm schon: Vor dem entscheidenden 3:0 ging er den dynamischen Antritt von Patrick Herrmann nicht mit, so dass der in den genialen Pass von Reus laufen konnte.
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