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Fußball-Tippspiel"Solche Künstler gibt es heute fast gar nicht mehr"
Bis heute treten Vater und Sohn Thur als „Die Thuranos“ im Apollo-Varieté in Düsseldorf auf, wo Konrad Thur seine Karriere 1927 begonnen hatte. „Kein Ort ist perfekt, jeder Ort hat seine guten und schlechten Seiten“, sagt Sabine Seidel, Thurs Tochter. Seit 35 Jahren besitzt die Familie schon ein Haus in Dänemark - aber erst seit fünf Jahren verbringt sie auch wirklich Zeit dort. Bis dahin waren die „Thuranos“ samt Gefolge immer unterwegs.
„1933/34 wurde es mir ungemütlich hier in Deutschland“, erzählt Konrad Thur, „immer musste man aufpassen, was man sagte oder wen man traf - das Leben hier hat uns bedrückt“. Er ging mit der ganzen Familie nach England, wo sie ein Engagement beim Boswell Zirkus bekamen - für Afrika.
Bis 1957 war die Familie in Südafrika, zwei ihrer Kinder wurden dort in die Zirkuswelt hineingeboren. Dann erlebten sie in ein und demselben Jahr einen Wirbelsturm und ein Zugunglück - materiell ruiniert wagte die Familie in Deutschland einen Neuanfang. Und reiste bald wieder: vier Jahre Mittlerer Osten, einige Jahre Las Vegas... „Darauf kann man sich schon was einbilden!“, sagt Konrad Thur lächelnd - darauf, es in Las Vegas geschafft zu haben.
Die Dokumentation vermischt Ausschnitte aus der aktuellen „Thuranos“-Show und Gespräche mit den einzelnen Familienmitgliedern mit Filmausschnitten aus der Zeit, als ein Zirkus in jeder Stadt noch die größte Attraktion des Jahres war. „Solche Künstler wie ihn“, sagt Bernhard Paul fast wehmütig über Konrad Thur, „die gibt‘s heute gar nicht mehr.“ Aber noch steht der älteste Artist der Welt mit beiden Beinen fest auf der Bühne - wenn er nicht gerade auf dem Drahtseil schwebt.





