·
ePaper·
Shop·
TippspielTraditionelles Herbstgespräch der Neuen Osnabrücker Zeitung in Berlin
Berlin. Wie übersteht Deutschlands Wirtschaft die Krise? Ist Kurzarbeit nötig wie schon 2008/2009? Muss die Kanzlerin am Ende doch Ja zu Euro-Bonds sagen, weil der Druck der Nachbarn wächst? Und welche Rolle spielt das Internet, liegt hier die Zukunft für Unternehmen? Ernste Themen, aber auch entspannter Gedankenaustausch bestimmten am Donnerstagabend das Berliner „Herbstgespräch“ der Neuen Osnabrücker Zeitung. Es war die sechste Einladung an Politik und Wirtschaft – inzwischen schon eine Tradition, zu der auch die Musik von „Ombre di luci“ gehört.
Hochrangige Politiker aus Bund und Land suchten den Dialog mit Wirtschaft und Medien. Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke begrüßte Professor Reinhard Selten, Deutschlands einzigen Nobelpreisträger für Wirtschaft, als Hauptredner. Selten mahnte die Politiker zu äußerster Vorsicht und forderte im Falle einer Entscheidung für Euro-Bonds „überzeugende und durchsetzbare, automatische Sanktionen“ für Staaten, die Stabilitätskriterien verletzten.
Mit Vizekanzler und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) war die Bundesregierung stark vertreten. Ministerpräsident David McAllister zeigte Flagge für Niedersachsen wie auch Justizminister Bernd Busemann und der Geschäftsführerder SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann aus Göttingen. Die Finanzwelt vertrat Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken. Die Stimme der Gewerkschaften der Polizei brachten Bernhard Witthaut und Rainer Wendt ein.
Das neueste Euro-Geflüster aus Brüssel brachte EU-Parlamentarier Hans-Gert Pöttering mit. Die Region repräsentierten unter anderem der Präsident der Industrie- und Handelskammer Gerd-Christian Titgemeyer, Handwerkspräsident Peter Voss, DRK-Präsident Rudolf Seiters sowie die Abgeordneten Gitta Connemann, Mathias Middelberg (beide CDU), Martin Schwanholz (SPD), Hans-Michael Goldmann (FDP) und Dorothea Steiner (Grüne).
Internet-Unternehmer Michael Urban machte Politik und Wirtschaft Beine. Der Kanzlerin mangele es an Entscheidungsfreude, und noch immer befördere das Bildungssystem nur „Einserkandidaten“. Es fehlten Vorreiter, dafür dominiere eine „Angst des Scheiterns“.
Urbans Credo ist: „Unternehmer sind Macher, keine Zweifler.“ Als er 1995 noch als Schüler seinen ersten Online-Buchshop gründete, sei dies zunächst als „Schnapsidee“ belächelt worden. Am Ende wurde daraus die Erfolgsstory buch.de. Er hat inzwischen verkauft, die logiprint.com, eines der ersten Online-Druckportale, aufgebaut und seine Unternehmungen mit logicode und logiNetwork noch ausgeweitet. „Man darf sich nicht ausbremsen lassen“, sagt Urban. Ein guter Ausblick auf 2012.
tw Osnabrück. Wirres Haar, knallbuntes Hemd, fränkischer Dialekt, Weizenbier und politisch unkorrekte Witze sind die Markenzeichen von Urban Priol. Am... mehr
Bundesregierung würdigt Leistung türkischer Zuwanderer
Vor 50 Jahren unterzeichneten die Bundesrepublik und die Türkei ein Anwerbeabkommen. Das Wirtschaftswunderland Deutschland brauchte Arbeitskräfte. Viele... mehr
Tauziehen in der Union um Zustimmung zu Euro-Kurs
In der Union werben die Befürworter des Regierungskurses zur Stabilisierung des Euros um Geschlossenheit. Die Fraktionsvizes Michael Meister und Arnold... mehr









Oder war es nur ein schönes Abendessen in unserer Hauptstadt?