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TippspielDer richtige Mann für den Job
tw Osnabrück. Wirres Haar, knallbuntes Hemd, fränkischer Dialekt, Weizenbier und politisch unkorrekte Witze sind die Markenzeichen von Urban Priol. Am Freitag gastiert der Kabarettist mit seinem aktuellen Programm „Wie im Film“ in der Osnabrückhalle.
Wenn Urban Priol auf die Bühne geht, schimpft er, grimassiert und hüpft über die krachenden Bretter, die die Welt bedeuten. So macht er es im Fernsehen in seiner Sendung „Neues aus der Anstalt“ und auch in seinem Live-Programm.
Priol zetert und wettert über die „Tigerenten-Koalition“, dabei müsste er den Politikern von CDU und FDP doch eigentlich dankbar sein. Er gibt selbst an, dass sie ihm das aktuelle Programm tagtäglich selbst ins Notizbuch diktieren.
Überhaupt scheinen die Freidemokraten Priols liebstes Opfer zu sein. Er ahmt Guido Westerwelle in gymnastischen Verrenkungen nach, bezeichnet Philipp Rösler als die späte Rache der Roten Khmer und will überhaupt nicht verstehen, warum niemand es mit Birgit Homburger macht wie mit dem Barden in den Asterix-Comics: „Fesseln, knebeln und raus damit.“
Die Süddeutsche Zeitung kritisierte Urban Priol für seinen Rundumschlag. Sie warf ihm vor, er mache „Kabarett auf dem kleinsten intellektuellen Nenner“. Seine „von sprachlicher Verlotterung geprägte Vulgärsatire“ richte sich „an ein entfesseltes Spießbürgertum, das alle Politiker an den Galgen wünscht“.
Der Münchner Merkur lobt den gebürtigen Aschaffenburger indes: „Das ist irre virtuos und oft witzig, doch oft genug merkt man ihm den heiligen Zorn an, wenn er eine Politik geißelt, die den Kleinen nimmt und den Großen gibt.“ Urban Priols Programm „Wie im Film“ ist für die Zeitung eine „unterhaltsame, bittere Abrechnung mit Regierung und Regierten.“
Urban Priol ist anscheinend der richtige Mann für den Job. Er hat die nötige Schärfe im kabarettistischen Umgang mit der Politik, um deren Handlungen und Wandlungen zu kommentieren. Da braucht keiner mehr aufs große Kino und Bruce Willis zu warten.
Urban Priol, Osnabrückhalle, Osnabrück, Fr., 21. 10., 20 Uhr, Eintritt: 23,70–28,10 Euro, Tel. 0541/349024.
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