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Das Geld macht den Unterschied
dpa/dapd Bremen/München. Gut drei Wochen vor dem Saisonstart plagten sich die Bundesligisten Werder Bremen und Bayern München mit Personalsorgen in der Abwehr. Weil die Bayern finanziell aus dem Vollen schöpfen, konnten sie sich nun aber mit der Verpflichtung von Nationalspieler Jerome Boateng dieser Sorge entledigen. An der Weser hängt dagegen mangels Geld der Haussegen weiter schief.
Angesichts leerer Kassen beim Vorzeigeklub Werder Bremen muss die sportliche Leitung um Trainer Thomas Schaaf und Klubchef Klaus Allofs beim Aufsichtsrat um dringend notwendige Neuverpflichtungen für die Abwehr betteln. „Wir brauchen einen Abwehrspieler, sonst wird das schwer in dieser Saison“, sagte Allofs im Kurztrainingslager in Erfurt und präsentierte im Hinblick auf die fünf teils langfristig verletzten Verteidiger die Alternative: eine weitere Zittersaison. Wunschkandidat Sokratis Papastathopoulos, der zuletzt für den AC Mailand spielte, darf nicht kommen, weil das Werder-Kontrollgremium um Ex-Manager Willi Lemke die Investition einer Leihgebühr in Höhe von 600000 bis 800000 Euro plus Gehalt für den Griechen nicht genehmigt.
Dennoch müsste aus Sicht von Allofs und Trainer Schaaf der Kader dringend verstärkt werden. „Wenn ich mit einer Innenverteidigung wie Per Mertesacker, Naldo, Prödl und Mikael Silvestre in die Saison gehe, ist das etwas anderes, als wenn ich das mit Leon Balogun oder Clemens Schoppenhauer tue“, warnte Schaaf und erntete prompt Verständnislosigkeit beim Aufsichtsratsboss Lemke. „Unser Ziel muss bleiben, an den internationalen Rängen dranzubleiben“, sagte Lemke. Neue Transfers sollen erst machbar sein, wenn andere Spieler verkauft werden. Mit sanftem Druck auf den Aufsichtsrat wird nun versucht, das Okay für die Verpflichtung für Papastathopoulos zu bekommen. Im „Kicker“ stellte Allofs seine Vertragsverlängerung und die von Schaaf infrage: „Wenn es einfach nicht mehr passen sollte, dann wäre es zum Wohle des Vereins ratsam, dass die Verträge nicht weiterlaufen.“
Erleichterung dagegen in München: Der FC Bayern hat den monatelangen Transferpoker um Nationalverteidiger Jérôme Boateng beendet und seinen Wunschspieler für die Abwehrzentrale bekommen. Der 22-jährige gebürtige Berliner wird in den nächsten Tagen zur medizinischen Untersuchung in München erwartet, dann soll er einen Vierjahresvertrag unterschreiben. Der deutsche Fußball-Rekordmeister einigte sich am Donnerstag mit dem englischen Erstligaklub Manchester City auf den Wechsel. Über die Ablöse vereinbarten die Klubs Stillschweigen. Sie dürfte aber bei 15 Millionen Euro liegen.
„Es waren intensive Verhandlungen und ein langer Weg, bis wir diesen Transfer nun zu einem guten Ende führen konnten. Mit Jérôme Boateng haben wir unseren Wunschkandidaten für die Innenverteidigung geholt“, sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. „Jérôme Boateng ist ein junger Nationalspieler, der perfekt in die Philosophie des FC Bayern passt“, erklärte Sportdirektor Christian Nerlinger. Auch für Trainer Jupp Heynckes hatte die Verpflichtung des 13-fachen Nationalspielers oberste Priorität. In Holger Badstuber und Daniel van Buyten standen zuletzt nur zwei zentrale Abwehrspieler zur Verfügung, da der Brasilianer Breno erneute Knieprobleme hat. Im Kader der Bayern stehen nach der Verpflichtung von Neuer und Boateng nun acht aktuelle deutsche Nationalspieler.
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