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Der Doktor zwischen Sein und Schein

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Autor: Dr. Christoph Reisinger 17. Februar 2011 20:55 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor


Der Doktor zwischen Sein und Schein

Was für eine Welle der Empörung: Sie rollt mit einer Wucht durchs Land, als handelte es sich beim mutmaßlichen Doktor der Abkupferei Karl-Theodor zu Guttenberg um den populärsten Wissenschaftler des Landes. Das ist er aber nicht.

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Für die Bewertung von Deutschlands beliebtestem Politiker, Verteidigungsminister, Verwalter des drittgrößten Einzeletats des Bundes und Hoffnungsstern der CSU hat vorrangig die politische Leistung zu gelten – so welk Guttenbergs akademischer Lorbeer im Moment auch wirkt. Skandalisiert werden aber der Doktor und sein Text.

Geht es um Steuer-Milliarden, Deutschlands Sicherheit oder politischen Stil, genießt dieser Minister in Teilen von Öffentlichkeit und Medien hingegen eine Unangreifbarkeit von beinah berlusconianischen Ausmaßen. Erkennbar daran, dass selbst schwere Schnitzer Guttenberg kaum geschadet haben: Weder sein wankelmütiger Umgang mit Kommandeuren, die in öffentliche Kritik geraten, noch seine Stillosigkeit, den Afghanistan-Krieg als TV-Kulisse für die Selbstdarstellung zu missbrauchen. Ja nicht einmal, dass Guttenberg der Bundeswehr Sparvorgaben eingebrockt hat, die eine seriöse Reform behindern.

Da tut sich in Vermittlung und Wahrnehmung von Politik ein gewaltiges Missverhältnis auf zwischen Sein und Schein, zwischen Haupt- und Nebensächlichem. Eines, das die Substanz der Demokratie beschädigt.

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