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Die Angst vor dem Generalverdacht

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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 17. Februar 2011 17:08 Uhr


Die Angst vor dem Generalverdacht

Osnabrück. Fast im Stundentakt schwappen neue Vorwürfe gegen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg über die Nachrichtenticker ins Land. Die Zahl der Autoren, von denen der CSU-Politiker in seiner Doktorarbeit abgeschrieben haben soll, stieg bis gestern Abend auf 15. Im Berliner Regierungsviertel stellen sich viele nun die bange Frage, wer als Nächstes ins Visier der Plagiatsjäger geraten könnte.

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Nicht nur Koalitionspolitiker befürchten, dass die Affäre um Karl-Theodor zu Guttenberg eine Treibjagd auf promovierte Politiker lostritt. FDP-Parlamentsgeschäftsführer Jörg van Essen sagte unserer Zeitung: „Momentan ist das große Jagdfieber ausgebrochen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis gegen andere promovierte Politiker Plagiatsvorwürfe erhoben werden.“ Die wissenschaftliche Reputation der Bundestagsabgeordneten stehe auf dem Spiel, warnte er. Es dürfe nicht sein, dass „jetzt alle Politiker mit Doktortitel unter einen Generalverdacht gestellt werden“.

SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz sieht auch die Bundestagsabgeordneten selbst gefordert. Er rät dazu, die Debatte nicht mit voreiligen Forderungen zu befeuern. „Es ist nicht seriös, Guttenberg jetzt zum Verzicht auf seinen Doktortitel oder zu einem Rücktritt aufzufordern“, sagte der promovierte Jurist unserer Zeitung.

Es sei zu früh für eine abschließende Bewertung der Vorgänge und den Ruf nach Konsequenzen. „Die Kritiker wären gut beraten, zunächst das Ergebnis der Prüfung durch die Universität Bayreuth abzuwarten“, rief er zur Mäßigung in der politischen Debatte auf.

Für Wiefelspütz ist aber klar, „dass Guttenberg ein sehr ernstes Problem bekommt, wenn sich alle Vorwürfe bestätigen“. Es gehe um seine politische Kernkompetenz, die Glaubwürdigkeit, erklärte der SPD-Innenexperte.


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