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TippspielSchritte zum neuen Strom-Anbieter
dapd/AFP/pm Berlin. Die Strompreise steigen zum Jahreswechsel für die Hälfte der deutschen Haushalte. Zwar werden bei zahlreichen Anbietern die Tarife teurer. Viele Verbraucher können aber trotzdem einen Stromversorger finden, bei dem sie deutlich weniger zahlen als bisher. Hier wichtige Tipps zum Anbieterwechsel.
Lohnt sich der Wechsel überhaupt?
Ja, zumindest sehr häufig. Das zeigt der aktuelle Monitoring-Bericht der Bundesnetzagentur. Durchschnittlich liegen die Einsparmöglichkeiten danach bei Gas meist bei über 120 Euro im Jahr, Stromkunden können häufig sogar rund 160 Euro im Jahr weniger bezahlen. Nicht immer muss man zum Sparen wirklich den Lieferanten wechseln. Häufig reicht schon eine Anfrage bei dem altvertrauten Versorger, um günstigere Konditionen zu bekommen.
Wie finde ich den günstigsten Anbieter?
Kostenlose Preisvergleiche finden sich im Internet, etwa unter www.verivox.de, www.check24.de oder www.toptarif.de. Zur Berechnung einer Liste mit den günstigsten Tarifen genügen der Jahresverbrauch in Kilowattstunden (kWh) laut der jüngsten Stromrechnung und die Postleitzahl. Dann werden die verschiedenen Angebote vom billigsten bis zum teuersten Anbieter aufgelistet.
Wie schnell komme ich aus meinem Vertrag heraus?
Wer von seinem Anbieter ein Schreiben über eine Preiserhöhung erhält, hat das Recht zur sofortigen Kündigung. Das muss möglichst bald nach Erhalt der Information erfolgen. Auch ohne Preiserhöhung ist der Wechsel möglich: Wer noch nie den Stromanbieter gewechselt hat, kann zum Ende des jeweils nächsten Monats kündigen. Wer zum wiederholten Mal wechselt, muss sich an die Fristen seines Vertrags halten.
Wie wechsle ich am bequemsten?
Am einfachsten ist es, dem neuen Anbieter eine Vollmacht zu erteilen. Dieser erledigt meist die Kündigung und alle Formalitäten. Bei Kündigung wegen Preiserhöhung gilt der alte Tarif, bis der Wechsel perfekt ist. In der Regel dauert es ein bis zwei Monate, bis sämtliche Formalitäten abgeschlossen sind.
Wie lange sollte ich mich an den neuen Anbieter binden?
Da die Strompreise in Bewegung sind, empfehlen die Verbraucherschützer eine Vertragslaufzeit von höchstens einem Jahr. Die Kündigungsfrist sollte nicht mehr als einen Monat betragen. Gewarnt wird vor Angeboten mit Vorauskasse – weil das Geld weg ist, wenn der Anbieter pleitegeht.
Was passiert beim Wechsel konkret?
Der Strom kommt auch nach dem Anbieter-Wechsel vom örtlichen Versorger. Der neue Anbieter stellt den Strom weiter in das allgemeine Netz ein und zahlt dem lokalen Versorger eine Gebühr für den Transport bis in den Haushalt. DieGefahr, ohne Strom dazustehen, gibt es auch bei einer Pleite des neuen Versorgers nicht. Der lokale Versorger ist gesetzlich verpflichtet, alle Haushalte zu versorgen – auch wenn sie nicht mehr Vertragspartner sind.
Kann es durch den Wechsel zu einer Lieferunterbrechung kommen?
Nein. Auch bei einer zeitlichen Verzögerung des Lieferantenwechsels ist die Versorgung mit Strom und Gas garantiert. Zähler oder Leitungen werden weder aus- noch umgebaut.
Muss der Vermieter über einen Wechsel informiert werden?
Ist der Mieter selber Vertragspartner eines Stromliefervertrages, braucht er seinem Vermieter im Fall eines Wechsels nicht zu informieren. Erhält er die Stromrechnung jedoch von seinem Vermieter, zum Beispiel bei einer Warmmiete, ist dieser Vertragspartner des Stromanbieters. Der Mieter kann dann den Anbieter nicht wechseln, sondern nur den Vermieter bitten, einen günstigeren Anbieter zu wählen. Ob ein Mieter einen solchen Anspruch gegenüber seinem Vermieter hat, ist eine Frage des Mietrechts und noch nicht gerichtlich geklärt.
Kann ich auch 100 Prozent Öko-Strom bekommen?
Ja. Es gibt zahlreiche Öko-Strom-Anbieter. Verbraucherschützer warnen aber, dass manche Firmen ihren ohnehin produzierten Strom aus Wasserkraft teurer mit dem Öko-Etikett verkaufen. Wer etwas für die Umwelt tun will, sollte deshalb Anbieter wählen, die ihre Einnahmen auch in den Ausbau von erneuerbaren Energien investieren. Hilfe bei der Orientierung bieten dabei Öko-Gütesiegel.
Weitere Infos im Internet: www.verbraucherzentrale.de/stromwechsel/
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1.) Vorsicht bei Tarifen mit Kautionszahlungen. Manche Anbieter lassen sich viele Wochen und Monate Zeit mit der Rückzahlung. Eine weiteres Risiko ist der Insolvenzfall. Daher "Haken entfernen" beim Punkt "Kaution".
2.) Lassen Sie sich nicht von einem einmaligen Bonus der Anbieter blenden. Gerade für Stromkunden, die nicht jedes Jahr den Anbieter wechseln möchten, sollte das Augenmerk auf dem eigentlichen Tarifpreis liegen. Natürlich kann man einen Bonus "mitnehmen", aber dieser verdeckt auch schnell den Blick auf das Gesamtangebot.
3.) Von Tarifen mit Vorauskasse rate ich persönlich ab. Siehe Insolvenzfall und etwaige Fallen im Kleingedruckten.
4.) Vorsicht! Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Fast alle Anbieter werben mit diesen Tarifen, von denen viele jedoch nur einen grünen Anstrich haben. Fast immer wird mit RECS-Zertifikaten (Infos auf Wikipedia) gearbeitet, die in den Augen der Umwelt- und Verbraucherorganisationen eine Mogelpackung darstellen. Mein Rat. Achten Sie auf Anbieter, die das "Grüner Strom Label" besitzen. Diese verzichten komplett auf RECS-Zerfikate, investieren in neue Anlagen und bewirken so einen zusätzlichen Umweltnutzen. Mein Anbietertipp > Naturstrom aus Düsseldorf, auch bei Ökotest die Nr. 1 im Test
Fröhliches Wechseln