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Mit ehrenamtlichem Engagement zum schnellen Internet

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Autor: Angelika Hitzke 28. Dezember 2010 18:22 Uhr  Mehr Artikel von dieser Autorin

Nachbarn bauen über die Landesgrenze hinweg eine DSL-Versorgung für die Bauerschaft Halen auf

Mit ehrenamtlichem Engagement zum schnellen Internet

Lotte/Wallenhorst. Rüberspucken kann man zwar nicht, aber rübergucken: Der Hof von Thomas Stallkamp in Hollage liegt in Sichtweite der Halener Höfe auf der anderen Seite der Haseauen. Ideale Voraussetzungen also, um vom Dach seiner Scheune aus per Richtfunkantenne den Außenbereich des Lotter Ortsteils mit der schnellen DSL-Internetverbindung zu versorgen.

 
Kleine Antenne, große Wirkung: Thomas Schulte, Christian Thies und Thomas Stallkamp (von links) vor der Scheune mit der Richtfunk-Basisstation auf dem Dach. Foto: Angelika Hitzke  Vergrößern

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Der Wallenhorster Ortsteil Hollage hatte das schnelle Internet längst, als die Halener in diesem Frühjahr beschlossen, den Aufbau der lang ersehnten DSL-Anschlüsse in die eigene Hand zu nehmen. Die jahrelangen Bemühungen, zuletzt mit der Firma ICA Media, hatten nicht gefruchtet. Christian Thies und Hartmut Meyer, Landwirt aus Halen, haben aber einen guten Draht zu ihrem Hollager Berufskollegen Thomas Stallkamp, der auch Flächen in Halen bewirtschaftet. Und zu Thomas Schulte von der Wersener Firma Bits & Bytes.

So lag es nahe, gemeinsam nach einer Lösungsmöglichkeit zu suchen. Da der direkte Anschluss des Halener an das Hollager Telefonnetz nicht möglich war, kamen sie auf die Idee, die Anbindung mit Funktechnik herzustellen.

„Voraussetzung für den Richtfunk ist die Sichtverbindung, die Entfernung spielt da keine große Rolle“, erläutert Thomas Schulte. „Und man braucht natürlich einen Nachbarn, der bereit ist, die Antenne auf sein Dach zu setzen“, ergänzt Christian Thies, die treibende Kraft im Bunde, und jetzt auch bei der Bundesagentur für Telekommunikationswesen offiziell registrierter Netzbetreiber für die schnelle WLAN-Verbindung, von der aktuell zwölf Teilnehmer in der Bauerschaft Halen profitieren.

Doch bis es so weit war, gab es eine Menge zu tun. Zuerst haben die Nachbarn mit Unterstützung von Thomas Schulte getestet, ob mit entsprechenden Funkantennen der Aufbau eines Funknetzes von Hollage nach Halen technisch überhaupt machbar ist. War es, stellte sich heraus. Und: der Hof Stallkamp, auf einer leichten Anhöhe gelegen, bot sich als Standort für eine Funkbasisstation geradezu an. „Da habe ich gesagt, das machen wir“, berichtet Thomas Stallkamp. „Wir haben dann erst mal 120 Meter Erdkabel quer über den Hof zur Scheune hin verlegt“, erzählt er weiter. „Wir hatten ja nur eine Oberleitung.“

Die Halener gründeten für den Betrieb ihres eigenen DSL-Netzes den Verein „Breitbandnetz Halen e.V“. Acht Nachbarn nahmen an der Gründungsversammlung teil. Der Verein ist notariell beurkundet und in Vereinsregister eingetragen, wie Christian Thies berichtet.

Die Kosten, die sich die Mitglieder teilen, hielten sich durchaus in Grenzen: ein paar Hundert Euro einmalige Investitionskosten plus die monatlichen Kosten für einen schnelleren Geschäftskunden-Internetanschluss, „wegen des besseren Service, falls mal was nicht funktioniert“. Das bedeute, auf zwei Jahre gerechnet, rund 25 Euro für jeden.

Angebunden ist das Internet ans Telefonnetz der Osnatel, mit der Computer- und Internet-Fachmann Thomas Schulte zusammenarbeitet. Die Funktechnik mache die schnelle 6000er DSL-Anbindung bis über das RWE-Umspannwerk in Halen hinaus auch für die Firma Steinbrink & Tenambergen möglich, reiche aber nicht bis zur Mühle Bohle, erklärt Thies. Er sei aber im Gespräch mit dem Mühlenbesitzer, DSL-Fachmann und Ratsherrn Werner Schwentker. „Wir haben hier über die Landesgrenze hinweg zusammengearbeitet, und es hat geklappt“, freuen sich die Halener und der Hollager.

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