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Was kostet der Staat nun wirklich?

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Autor: Marie-Luise Braun 22. September 2010 14:25 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Tagung zum Kommunalen Rechnungswesen an der Hochschule Osnabrück

Was kostet der Staat nun wirklich?

Osnabrück. Mehr Transparenz sei das Resultat, wenn Kommunen das Neue Kommunale Rechnungswesen (NKR) anwendeten, ist sich Dr. Christian Kröger, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Osnabrück, sicher. Mit Kollegen vom Kompetenzzentrum für Verwaltungsmanagement hat er zur Fachkonferenz „Doppik und was nun?“ eingeladen.

 
Doppelte Buchführung als Thema: FH-Präsident Erhard Mielenhausen, Christian Kröger und Sandra von Klaeden bei der Eröffnung der Tagung. Foto: Uwe Lewandowski  Vergrößern

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130 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und haben sich mit der NKR als Grundlage für die Modernisierung der Verwaltung oder als Teil des strategischen Managements befasst. Weitere Vorträge zeigten diese sogenannte Doppik als Grundlage zur Wirtschaftlichkeitssteuerung oder als Chance zur Reorganisation auf.

„Das Problem ist, dass Bund und Länder sich im Sommer gegen die Einführung der Doppik entschieden haben“, sagt Kröger. So fehle es den Kommunen an Überzeugung für die konsequente Umsetzung des neuen Rechnungswesens.

So wendeten viele Kommunen nur das gesetzlich vorgeschriebene Werkzeug an, hielten sich aber nicht konsequent genug an die Umsetzung des Instrumentariums.

Wie unterschiedlich die Ergebnisse der beiden Methoden sind, zeigt Kröger an einem Beispiel auf. So lässt sich durch das kamerale System lediglich eine Verschuldung des Staates von 1,7 Billionen Euro für 2010 beziffern. Mit der Doppik belaufe sie sich auf 7 bis 8 Billionen Euro.

„Wir brauchen diese Transparenz, damit die Politik anders entscheidet“, sagt Kröger und nennt als jüngste Beispiele die Verschuldung Hamburgs oder die Pleite Griechenlands.

„Diese Bombe wird bei weiteren Ländern und Staaten platzen“, befürchtet Kröger. Selbst Politiker könnten die Staatsverschuldung nicht einschätzen.

Mit der Tagung, bei der auch die Staatssekretärin des niedersächsischen Innenministeriums, Dr. Sandra von Klaeden, sprach, wollte das Team des Kompetenzzentrums die Akzeptanz der Doppik fördern und die Chance zur Reorganisation der Kommunen darlegen. „Sie bietet die Möglichkeit, das Misstrauen zwischen Politik und Verwaltung abzubauen“, meint Kröger.

Das vor sechs Monaten gegründete Kompetenzzentrum für Verwaltungsmanagement bietet Schulungen und Beratungen an und forscht mit öffentlichen Einrichtungen zum Thema.



 
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