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Soziale Kluft spaltet die Jugend

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Autor: Beate Tenfelde 14. September 2010 19:28 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Shell-Studie: Trotz Wirtschaftskrise hat sich die Stimmung insgesamt verbessert

Soziale Kluft spaltet die Jugend

ten Berlin. Die Stimmung unter den Jugendlichen in Deutschland hat sich trotz Wirtschaftskrise verbessert. 59 Prozent der 12- bis 25-Jährigen blicken optimistisch in die Zukunft. 2006 waren es noch 50 Prozent gewesen, heißt es in der gestern in Berlin vorgestellten 16. Shell-Jugendstudie. Allerdings wächst die soziale Kluft.

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Verantwortlich für das Plus waren vor allem Angehörige der Oberschicht. Der Anteil der Optimisten wuchs unter ihnen von 53 auf 68 Prozent. In der Unterschicht sank die Gruppe der Zuversichtlichen hingegen von 35 auf 33 Prozent. 71 Prozent der insgesamt 2604 befragten Jugendlichen waren überzeugt, sich ihre beruflichen Wünsche erfüllen zu können. In der Unterschicht waren es nur 41 Prozent.

Der Bielefelder Soziologe Mathias Albert, einer der Verfasser der Studie, attestierte eine wachsende gesellschaftliche Kluft: 10 bis 15 Prozent junger Menschen aus sozial benachteiligten Familien würden zunehmend abgehängt.

In der Generation Online – fast alle Jugendlichen haben heute Internet-Zugang – entscheidet die Herkunft sogar über die Art der Computernutzung. Jugendliche aus bildungsfernen Familien spielen an ihrem Rechner. Mädchen und Jungen mit gut ausgebildeten Eltern nutzen das Internet für Informationen und das Knüpfen sozialer Netzwerke.

Die Forscher sehen außerdem erste Anzeichen einer Re-Politisierung der Jugend, jedoch längst nicht auf dem Niveau der 1970er- und 1980er-Jahre. Politische Parteien oder die Bundesregierung können von diesem leichten Sinneswandel ohnehin nicht profitieren. Weitaus mehr Vertrauen genießen Polizei, Gerichte sowie Menschenrechts- und Umweltschutzgruppen.

Bundesfamilienministerin Schröder (CDU) betonte die Bedeutung frühkindlicher Bildung, um sozialen Nachteilen rechtzeitig entgegenzuwirken. Die übernächste Shell-Jugendstudie werde zeigen, ob sich die geplanten Investitionen für Sprach- und Integrationsförderung auszahlen werden. Oppositionspolitiker warfen der Bundesregierung dagegen Versagen vor. „Die Gesellschaft schadet sich selbst massiv, wenn die Zukunftschancen der Kinder bereits im Kreißsaal ausgemacht sind“, sagte Grünen-Chef Cem Özdemir.Der Bundesjugendsekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), René Rudolf, verwies darauf, dass die Jugendarbeitslosigkeit seit Beginn der Finanzkrise dreimal so stark gestiegen sei wie in allen anderen Altersgruppen.


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