·
ePaper·
Shop·
TippspielLoveparade: Veranstalter will Videos ins Internet stellen
Osnabrück. Die Staatsanwaltschaft Duisburg sieht keine rechtliche Handhabe, die von Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller angekündigte Veröffentlichung der Überwachungsvideos vom Katastrophentag zu verhindern.
In einem Gespräch mit unserer Zeitung sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt: „Nach meinen Informationen sieht die Staatsanwaltschaft Duisburg keine Möglichkeit, die Pläne Schallers juristisch zu stoppen.“ Die Strafverfolgungsbehörde habe Schaller aber in einem Schreiben „dringend aufgefordert, das Material der sieben Überwachungskameras aus Gründen der Pietät und aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht zu veröffentlichen“.
Auch Wendt warnte Schaller vor dem Schritt an die Öffentlichkeit: „Es wäre das Allerletzte, die Hinterbliebenen im Netz mit den Bildern ihrer sterbenden Angehörigen zu konfrontieren.“ Zudem bestehe ein erhebliches Risiko, mit den Videobildern Zeugen der Vorfälle zu beeinflussen. „Herr Schaller manipuliert und verdunkelt, wo er kann. Ihm geht es offenbar nicht um die Wahrheit, sondern nur darum, seinen eigenen Hals zu retten.“
Rainer Schaller, der geschäftsführender Gesellschafter des Loveparade-Veranstalters Lopavent ist, sagte dem „Spiegel“: „Jeder soll sich selbst ein Bild von den Abläufen machen können.“ Er hatte den Einsatz der Polizei am Unglückstag bereits zuvor scharf kritisiert. Bei dem Videomaterial handele es sich um Aufnahmen mit einer Laufzeit von mehr als 22 Stunden. Wann die Aufnahmen veröffentlicht werden, ließ Schaller zunächst offen. Die Polizei will den nordrhein-westfälischen Landtag und die Öffentlichkeit an diesem Donnerstag im Innenausschuss weiter über ihre Erkenntnisse zum eigenen Handeln bei der Loveparade informieren.






