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TippspielKlassiker in neuem Gewand
sm BAD ESSEN. Anfangs saßen sie noch brav auf ihren Stühlen. Am Ende jedoch waren die mehr als 700 Fans der Musik von Genesis nicht mehr zu halten: Begeistert feierten sie am Samstagabend auf der Waldbühne den Sound ihrer Jugend, nun aber frisch und teilweise mit klassischen Instrumenten von Ray Wilson und dem „Berlin Symphony Ensemble“ interpretiert.
Spätestens mit „Follow You, Follow Me“ – dem Genesis-Hit von 1978 – sprang der Funke aufs Publikum über. „Die Jungs von Genesis haben mir erzählt, dass mit diesem Song auch die Frauen in ihre Konzerte kamen“, scherzte Wilson. Auf der Bad Essener Waldbühne jedoch fühlten sich alle von dem Lied mitgerissen.
Ray Wilson hatte Mitte der Neunzigerjahre anstelle von Phil Collins ein kurzes Gastspiel bei Genesis. Seit 2001 ist der schottische Sänger und Gitarrist als Solokünstler unterwegs. Im Osnabrücker Land hat er viele Fans. Konzertveranstalter Volker König brachte ihn fünfmal in unterschiedlicher Besetzung auf die Bühne. Jetzt (im Abendprogramm der Landesgartenschau) mit klassischer Begleitung durch drei Violinen (gespielt von Kristin Sy, Steffi Hölk und Nora Bösel), einem Cello (Tobias Unterberg) und einem akustischen Flügel (Filip Walcerz). Eine Zusammenstellung, mit der „Wilson plays Genesis“ noch nicht zu hören war.
Klassisches traf dabei auf Rockiges, fein gestrichene Melodien harmonierten mit akustischer Gitarre und rockigem Riff, gespielt von drei Akustikgitarren (Ray Wilson, Ali Ferguson und Steve Wilson) sowie elektronischem Bass (Lawrie MacMillian). Eine Mischung, für die sich die Lieder von Genesis hervorragend eignen, sind sie doch durch häufig epische Vielschichtigkeit, ausgefallene Arrangements und einen ausdrucksstarken Spannungsbogen gekennzeichnet. Und damit all das auch funktionierte, verschwand Schlagzeuger Ashley MacMillan sogar teilweise hinter einer Glaswand. Nur so konnten die empfindlichen Mikrofone der Streicher störungsfrei aufnehmen.
Die Auswahl von Ray Wilson war weniger eine Überraschung. Angefangen mit „Turn It On Again“ aus „Duke“ von 1980, ging es lustig und ungehemmt durch die Bandgeschichte. Auf Klassiker aus der ersten Genesis-Ära wie „Carpet Crawlers“ (1974) folgten Stücke des letzten Albums von 1997 wie „Congo“ und „Calling All Stations“. Damals war Wilson offizieller Frontmann von Genesis. Dazwischen eingestreut außerdem „Another Day In Paradise“ von Phil Collins, dem Kopf der zweiten Bandphase.
Ebenfalls nicht fehlen durfte natürlich „Solsbury Hill“, obwohl der Song wiederum von Gabriel allein geschrieben wurde. Als Zugabe war er aber bestens geeignet, um die Laune der Fans weiter hoch zu halten. Ihren Höhepunkt erreicht hatte sie zuvor bereits mit Krachern wie „I Can’t Dance“, „Land Of Confusion“ und sogar mit „Change“, einem Lied aus der Feder von Wilson selbst. „Entstanden ist er in seiner Genesis-Zeit“, so der Frontmann zur Erläuterung. Zu guter Letzt verabschiedete sich Wilson dann mit „Inside“, dem Hit seiner Band „Stiltskin“. Ein perfekter Schlusspunkt unter einem hervorragenden Konzert.








