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TippspielZwischen Schweigen und Schockstarre: Hugo und Kassing abgetaucht
Der berühmte Tag danach. Die gescheiterte Wiederwahl des Ersten Kreisrats Reinhold Kassing (CDU) sorgt seit Montagabend, 17.26 Uhr, für eine Mischung aus Schockstarre, Wundenlecken und vielleicht auch Schadenfreude über das von der CDU hinterlassene politische Trümmerfeld. Nachfolgend eine Bestandsaufnahme.
Der gedemütigte Landrat: Er hatte Kassing für die vorzeitige Wiederwahl vorgeschlagen – für eine Amtszeit von acht Jahren (vom 1. Juni 2011 bis 31. Mai 2019). Die eigene Fraktion sorgt jedoch dafür, dass sein Antrag abgeschmettert wird. Seine im Parteikreis geäußerte Ankündigung, in diesem Fall aus der CDU auszutreten, will der Landrat auch mit etwas Abstand am Dienstag nicht kommentieren. „Wir sagen nichts“, heißt es kurz und knapp aus dem Kreishaus.
Der demontierte Kassing: Auch der Erste Kreisrat, dessen Amtszeit nun noch bis zum 31. Mai 2011 läuft, will am Tag danach noch nichts sagen. Kein Wort dazu, ob er seine Zeit auch erfüllen will. Kein Wort darüber, ob er als abservierter Erster Kreisrat nun weiter seinen Hut im Ring lässt, um im Herbst 2011 Landrat Manfred Hugo zu beerben.
Der beschädigte Schirmbeck: Vor der geheimen Wahl hatte er angekündigt, dass seine Fraktion den Vorschlag Hugos unterstützen wolle. Seine Truppe verweigert ihm dann jedoch die Gefolgschaft. In Parteikreisen wird allerdings auch offen darüber diskutiert, dass Schirmbeck das Scheitern Kassings mit zu verantworten hat. Innerhalb der CDU gilt der Erste Kreisrat als einer derjenigen, die der Staatsanwaltschaft Tipps gegeben haben, um gegen Schirmbeck zu ermitteln. Der muss sich nach der Aufhebung seiner Immunität als Bundestagsabgeordneter derzeit unangenehme Fragen gefallen lassen. Gegen den Hasberger wird wegen Verdachts der Untreue ermittelt, weil er die zur Abgeltung seiner Dienstwagen-Affäre als Vergleich geschlossene Summe von mehr als 40000 Euro zunächst von einem CDU-Treuhandkonto überwiesen hatte. Schirmbeck will ebenfalls Landrat werden – auch noch mit solchen Flecken auf der Kandidatenweste? Der CDU-Politiker antwortet schon seit Tagen nicht mehr auf unsere Fragen.
Die zertrümmerte Mehrheitsgruppe: Seine am Sontagabend geäußerte Absicht, die Mehrheitsgruppe mit der CDU aufzukündigen, bekräftigt FDP-Sprecher Wilhelm Backhaus auch am Dienstag: „Das ist keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr. Nächste Woche entscheiden wir im Parteivorstand.“ Das UWG-Mitglied Harald Schulte will der CDU ebenfalls den Rücken kehren. Das könnte für unsichere Mehrheitsverhältnisse sorgen. SPD, Grüne, FDP und UWG haben zusammen 34 Sitze im Kreistag, die CDU verfügt ebenfalls über 34 Mitglieder plus Landrat Hugo, der aktuell aber gar nicht gut auf seine Parteifreunde zu sprechen ist.










