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TippspielMit der Lizenz zum Pflegen
„Die Menschen müssen vor schlechter Pflege geschützt werden,“ sagt Monika Skibicki. Die Präsidentin des Fördervereins zur Errichtung einer Pflegekammer in Niedersachsen wirbt für die Selbstverwaltung in der Pflegebranche – jetzt auch an der Fachhochschule Osnabrück. Sie sagt: „Der Wildwuchs muss beschnitten werden.“
Der Verein mit dem sperrigen Namen kämpft seit Jahren um eine eigene Kammer, die den Pflegenden eine verbindliche Berufsethik, eine Pflicht zur Fortbildung, verbindliche Qualitätsstandards und eine eigene Berufsaufsicht auferlegt. Die Pflegekammer soll als Einrichtung des öffentlichen Rechts staatliche Aufgaben übernehmen. Kurzum: Die Kammer würde die „Lizenz zum Pflegen“ vergeben.
SPD und Grüne im Niedersächsischen Landtag haben die Forderung nach einer Pflegekammer aufgegriffen. Am 12. Mai wird es dazu eine Anhörung im Sozialausschuss des Landtages geben. Mit dabei als Expertin: Monika Skibicki. Vor Studierenden der Pflegewissenschaften an der FH Osnabrück stieß sie auf breite Zustimmung. Die Pflegekammer sei im Prinzip nicht mehr aufzuhalten, sagt die Präsidentin des Fördervereins: „Die Pflegenden sind damit infiziert.“
„Anhängsel der Ärzte“
Die Pflegenden fühlen sich im Medizinapparat nicht angemessen vertreten und als „Anhängsel der Ärzte“, wie Christa Schulte, Vizepräsidentin des Fördervereins, sagt. Die Kammer wäre für die Ausbildung, die Berufszulassung, die Prüfungen, die Nachwuchsförderung und die Registrierung der in der Pflege Beschäftigten zuständig. Zum ersten Mal gäbe es eine Datensammlung, um Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen zu können, so Christa Schulte.
Widerstand kommt von den Krankenkassen, der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft und der Ärztekammer. Sie halten eine Pflegekammer für nicht nötig und warnen vor zusätzlicher Bürokratie.
Kompetenz gebündelt
Monika Skibicki sieht eher den gegenteiligen Effekt: weniger Bürokratie. Denn jetzt beschäftigten sich sachfremde Ministerialbeamte mit Pflegethemen, müssten sich einarbeiten und meistens Sachverstand von außen heranholen. In einer Pflegekammer wäre die fachliche Kompetenz gebündelt. „Die Kammer könnte zum Beispiel bei Gesetzesvorhaben effektiv und kompetent Vorarbeit leisten.“
In Niedersachsen arbeiten 130000 Menschen in der Pflege, bundesweit sind es 1,2 Millionen. Zurzeit gelten 2,5 Millionen Menschen in Deutschland als pflegebedürftig. 2050 werden es über fünf Millionen sein.





