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Der „Rote“ als Sanitätsauto in sudanesischer Wüste

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Der „Rote“ als Sanitätsauto in sudanesischer Wüste

Die beiden Neuenkirchener WM-Fahrer Ronnie Poerschke und Manuel Eisbrenner machen in Afrika so ihre ganz eigenen Erfahrungen mit dem Spagat zwischen Bürokratie bei Grenzübertritten und dem Nutzen ihres roten Feuerwehr-Lkw bei einem Notfall .

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Mit dem Verlassen des Fährenponton und der Einreise in den Sudan mussten sich die beiden jungen Männer mit einem wohl gewöhnungsbedürftigen Verwaltungsakt anfreunden: Im Büro 1 wird ein Ordner angelegt. Mit Ordner und Pass geht es weiter zum Schalter, an dem man einen ersten Stempel bekommt. Der Chef der Dienststelle gibt einen weiteren Stempel. Am Zahlschalter wird zum ersten Mal bezahlt, dann geht es wieder zum Büro 1, in dem ein kleiner Betrag für den zuvor angelegten Ordner bezahlt wird. Von dort noch einmal zum Chef, der noch etwas stempelt, dann wieder zum Zahlschalter. Hier gibt man den Ordner ab, dann ist man mit der Registrierung fertig. Nach einer Stunde ist dann die Einreise in den Sudan geschafft.

Ein wenig Sicherheit gibt den zwei Abenteurern aus dem Grönegau das Fahren in einem Konvoi. Mit mehreren Landrovern sowie zwei Motorrädern geht die Fahrt weiter auf der Schotterpiste durch die Wüste. Hendrik, einer der Motorradfahrer aus Hamburg auf einer Enfield Bullet 350, Baujahr 81, hatte sich bei der ersten Etappe im Sudan überschätzt, den Asphalt verlassen, war gestürzt und hatte sich den Knöchel verstaucht. Also konnte der „Rote“ ein Stück seiner ursprünglichen Aufgaben Retten und Bergen gewissermaßen wieder ausüben. Das Motorrad muss man sich folgendermaßen vorstellen: Mitten in der Wüste reißt der Bowdenzug für die vordere Bremse, der Gepäckträger mit dem Reservekanister brach schon beim Sturz, nach jedem Halt muss das Motorrad angeschoben werden, der Ganghebel befindet sich bei dem englischen Motorrad auf der für deutsche Verhältnisse vermeintlich falschen rechten Seite und der erste Gang oben und nicht unten. „Kurzum, das Motorrad war eine Katastrophe“, mailt Ronnie. Aber echte Kumpels helfen einander. Der fußkranke Motorradfahrer wird an Bord des Lkw genommen, die ersten 300 km fährt Ronnie, die nächsten 300 km Manuel das Motorrad durch die sudanesische Wüste, und das bei 50 Grad im Schatten. Jede halbe Stunde wird zum Trinken angehalten. Und man glaubt es kaum: Das Motorradfahren ist bei diesen Temperaturen mit geschlossenem Visier angenehmer, weil der heiße Fahrtwind nicht so ins Gesicht bläst.

„Wer kann schon behaupten, dass er auf einem Motorrad durch die sudanesische Wüste gefahren ist?“, schreibt Ronnie. Und recht hat er wohl.

Alle Beteiligten landen sicher in Karthoum, der Hauptstadt des Sudan. Bei einer ärztlichen Untersuchung stellt sich die Verstauchung von Hendrik als Wadenbeinbruch heraus und wird mit Gips versorgt. Auf diese Weise bekommt der „Rote“ einen Passagier, der das Bein bis Addis Abeba schonen und sich dann dort bei Freunden auskurieren kann. Hendrik übrigens verkauft seine gefahrenen Afrikakilometer für einen guten Zweck „viva con agua“.

Auf die nächsten Nachrichten aus dem inzwischen erreichten Äthopien und neue Erlebnisse darf man gespannt sein.

 

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