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Schwarzstorch erobert Niedersachsen zurück
Als im Jahr 1992 in der Nähe von Bad Sachsa im Südharz ein Schwarzstorch gesichtet wurde, sprachen Ornithologen von einer Sensation. Denn der scheue Vogel galt in der Region lange als ausgestorben. Inzwischen brüte der Schwarzstorch fast überall in Südniedersachsen und auch in vielen anderen Landesteilen, sagte Johannes Thiery von den Landesforsten.
Christoph Rothfuchs, der sich für die Landesforsten um die Schwarzstörche in der Lüneburger Heide kümmert, schätzt den Bestand des streng geschützten Vogels in Niedersachsen auf inzwischen etwa 60 Paare. Hinzu kämen noch einzelne Tiere, deren Partner nicht aus dem Winterquartier in Afrika zurückgekehrt sind oder die noch keinen Partner gefunden haben.
Etwa 40 Schwarzstorch-Paare haben zuletzt in Niedersachsen erfolgreich gebrütet, berichtet Rothfuchs. Dies sei ein großer Erfolg. Denn noch Mitte des 20. Jahrhunderts war der Vogel mit dem schwarzen Gefieder und dem roten Schnabel bis auf wenige Exemplare im ganzen Land verschwunden gewesen.
Die Schutzmaßnahmen der vergangenen Jahre und die Renaturierung vieler Bachläufe hätten sich positiv ausgewirkt, sagt sein Kollege Thiery. Schwarzstörche bevorzugen große ungestörte Laub- und Mischwälder mit alten Bäumen, auf denen sie ihre Horste errichten können. Für die Jagd auf Fische brauchen sie klare, naturnahe Gewässer.
Diese finden die Vögel besonders häufig in der Südheide. „Dort gibt es auch viele ausgedehnte ruhige Wäder", sagt Rothfuchs. Aber auch im südlichen Niedersachsen hat der Schwarzstorch inzwischen viele geeignete Reviere gefunden und besetzt. Der Vogel brütet bei Reinhausen im südlichen Landkreis Göttingen, im Eichsfeld, an der Weser bei Hann.Münden und im Solling.
Dies sei auch ein Verdienst der Förster, die die seltenen Vögel „unter ihre Fittiche" genommen haben, sagt Thiery. Gerade jetzt zu Beginn der Brutzeit sei es wichtig, dass die Schwarzstörche ungestört bleiben. „Wenn ihnen Menschen zu nahe kommen, geben sie das Brutgeschäft oftmals auf".
Zu den Forstleuten, die auf „ihre Schwarzstörche" achten, gehört auch Harald Höhne vom Forstamt Reinhausen. Er kümmert sich seit seit Wochen darum, dass am Horst absolute Ruhe herrscht. Schwarzstörche haben anders als der Weißstorch eine große Fluchtdistanz von etwa 300 bis 400 Metern.
Während der Schwarzstorch in Niedersachsen östlich der Weser inzwischen fast überall heimisch ist, gebe es im Nordwesten noch große weiße Flecken auf der Landkarte, sagt Rothfuchs. Wenn die Entwicklung so weiter gehe wie bisher, werde sich dies aber wohl schon in naher Zukunft ändern.











