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TippspielVfL verspielt leichtfertig 2:0-Führung
Riesenenttäuschung um den VfL Osnabrück: Die Fußballer des Tabellenführers der 3. Liga verspielten am Mittwochabend beim SV Sandhausen eine 2:0-Führung und unterlagen nach einem krassen Leistungsabfall in der Schlussphase noch mit 2:3.
Konzentriert, engagiert und offensiv startete der VfL. Kein taktisches Geplänkel, zielstrebig nach vorn, sofort mit gutem Flügelspiel: Die Osnabrücker ließen die Gastgeber erst gar nicht zur Entfaltung kommen, sondern dominierten das für Drittliga-Verhältnisse hochkarätig besetzte SV-Team.
Sturm und Drang wurden schon nach fünf Minuten belohnt, als Jan Tauer nach einem Eckball von Björn Lindemann mit dem Kopf zur Stelle war. Das erste Tor des Winterzugangs schien ein ganz wichtiges und wegweisendes zu werden.
Drei Positionen hatte Trainer Karsten Baumann neu besetzt: Alexander Schnetzler, auf der rechten Offensivposition für Benjamin Siegert gekommen, nutzte zunächst seine Chance ebenso wie Aleksandar Kotuljac in der Sturmspitze, wo er Dennis Schmidt verdrängte. Dieses Signal von Baumann nahm er dankbar auf und zahlte mit Leistung zurück. In der 16. Minute hämmerte er mit Urgewalt aus neun Metern die Kugel in den rechten oberen Torwinkel, nachdem erneut ein Eckball von Lindemann der Ausgangspunkt gewesen war. Nachdem der erste Versuch von Matthias Heidrich, für den angeschlagenen Niels Hansen ins Team gekommen, abgeblockt worden war, trat Kotuljac entschlossen auf den Plan und erzielte seinen vierten Saisontreffer.
Schon vor dem Halbzeitpfiff hätte der VfL nachlegen müssen, doch dieses Versäumnis rächte sich postwendend nach Wiederbeginn, als Jungwirth nach einer von Torwart Tino Berbig zu kurz abgewehrten Hereingabe mit einem wuchtigen Schuss traf (46.).
Der VfL hätte dafür sorgen können, dass dieser Anschlusstreffer sich nur als kurzes Wetterleuchten entpuppte. Denn in der Folgezeit boten sich bei drei Kontersituationen gute Möglichkeiten zum dritten Treffer. „Kotuljac hat das eigentlich prima gemacht, doch im Abschluss war er einfach zu unkonzentriert“, kommentierte mit Andreas Schäfer (jetzt Karlsruher SC) ein früherer VfLer die Versäumnisse.
Die Sandhausener wurden dadurch aufgebaut, ja förmlich aufgefordert, ihr fraglos fußballerisches Potenzial auszuschöpfen. Dem Ausgleich durch Torjäger Dorn (73., 17 Treffer) ging ein Ballverlust des eingewechselten Siegert voraus, der damit die gesamte Defensive unter Druck brachte. Und beim Siegtreffer der Kurpfälzer hatte niemand in der Abwehr den aufgerückten Innenverteidiger Aygün auf dem Zettel, der nach einem starken Berbig-Reflex aus kurzer Distanz abstaubte (83.).
Mit hängenden Köpfen schlichen die VfLer vom Platz, Fassungslosigkeit spiegelte sich in ihren Gesichtern. Es war so viel möglich gewesen, am Ende standen sie mit leeren Händen da.







10.02.2011
