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Fußball-TippspielMit "Tumormarkern" dem Blasenkrebs auf der Spur
Meppen
Wie entwickelt man einen "Tumormarker", der auf eine Streuung von Blasenkrebszellen im Körper hinweisen könnte? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine gebürtige Meppener Medizinerin seit längerer Zeit intensiv: Dr. Margitta Retz, die erste durchschlagende Erfolge auf diesem Gebiet der Forschung hat. Ihr gelang es, mit dem "Cytokeratin-20" einen "Marker" zu etablieren, der bereits zwei Blasentumorzellen aus insgesamt einer Million normalen Blutzellen "herausfischt". Damit können Mikrometastasen im Blut frühzeitig nachgewiesen und Patienten rechtzeitig zusätzlich medikamentös behandelt werden.
"Anfangs", erzählt die Meppenerin, "war ich sehr skeptisch, ob ich überhaupt für das typische 'Männerfach' Urologie geeignet bin. Aber letztlich war ich sowohl auf das Land als auch auf das exotische Fach so neugierig, dass ich dort zusagte", erzählt Retz, die ihre Schweizer Zeit als "so lehrreich und interessant" erlebte, dass sie sich anschließend für die Ausbildung zur Fachärztin für Urologie entschloss. Ihre entsprechende Ausbildung setzte sie 1995 und 1996 in Oldenburg fort.
Bereits in den ersten Ausbildungsjahren interessierte sich Margitta Retz für den Krankheitsverlauf und die Problematik von Patienten mit Blasentumoren, die sie als "typischen Umweltkrebs" bezeichnet. Er ist der zweithäufigste Tumor und tritt am häufigsten ab dem 60. Lebensjahr auf. Raucher und Arbeiter in der Gummi- und Farbstoffindustrie gehören zu den Hauptrisikogruppen. Trotz aggressiver Therapie haben Patienten, deren Blasentumor bereits in der Harnmuskelwand wächst, eine relativ schlechte Prognose: "Nach vollständiger radikaler Blasenentfernung legen nach fünf Jahren nur noch etwa 30 bis 50 Prozent der Patienten", erzählt Margitta Retz.
Das Problem liege einfach in den nach wie vor "unzureichenden diagnostischen Möglichkeiten". Trotz hochentwickelter bildgebender Diagnostik wie z.B. der Computertomographie könnten vereinzelt kleine Tumorableger (Mikormetastasen) nicht erkannt werden. Somit bestehe die Gefahr, dass bei einer Gruppe von Patienten bereits zum Operationszeitpunkt kleine dieser Ableger vorlägen und diese nach dem Eingriff im Körper streuen und weiter wachsen.
Genau hier soll der "Tumormarker" ansetzen, nach dem die Meppenerin forscht. 1996 an die Urologische Uniklinik in Kiel gewechselt, um u.a. dieser wissenschaftlichen Fragestellung nachgehen zu können, leistete sie hier Pionierarbeit. Ein etabliertes Forschungslabor stand an der Uni nicht zur Verfügung, so dass einer einmaligen Anschubfinanzierung in wenigen Monaten aus einem alten Operationsraum in der Urologie ein gut ausgestattetes molekularbiologisches Labor aufzubauen. Zwei Jahre später war der erste "Tumormarker" gefunden.
Zurzeit werden die Laborprojekte u.a. von der Hensel-Stiftung Kiel, dem Interdisziplinären Zentrum für Klinische Krebsforschung (IZKF) und von der Medizinischen Förderung bzw. der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit insgesamt 495 000 DM unterstützt. Kürzlich wurde das Projekt, an dem neben Margitta Retz, jetzt an der Uniklinik in Homburg an der Saar tätig, noch eine weitere Ärztin, drei MTA und acht Doktoranden arbeiten, den ersten Forschungspreis der Experimentellen Urologie der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Mannheim mit einem Preisgeld von 12 000 DM gewürdigt.





