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TippspielMit Klassespiel von Europa verabschiedet
Sie schlichen nach der Schlusssirene in die Kabine und kamen halbwegs aufgerichtet wieder. Doch die Enttäuschung stand ihnen in den Gesichtern geschrieben, als sie sich auf dem Parkettboden dehnten. „Es ist bitter, wenn man sehr gut spielt und dann so verliert“, kommentierte Trainer Thorsten Leibenath die schmerzhafte 67:69-Niederlage (32:34) der Artland Dragons bei KK Zagreb und damit das Aus in der Eurochallenge.
Weniger das Ergebnis, das schon hart genug ist, weil so knapp, als vielmehr manche Regelauslegung der drei Unparteiischen ließ die Quakenbrücker Basketballer vor Wut kochen. Allein der Blick auf die Freiwürfe – 8 von 9 bei den Dragons, 16 von 21 bei den Kroaten – wirkte auffällig, abgesehen von Entscheidungen bei Schrittfehlern, Ausbällen und Offensivfouls, bei denen das Trio aus den benachbarten Ländern Türkei, Slowenien und Mazedonien im Zweifelsfalle zum Nachteil der Dragons pfiff.
Schade drum, denn die Leistung und das Auftreten der Quakenbrücker reichten eigentlich für den ersehnten Erfolg, um den Traum vom Viertelfinale in Europa wahr werden zu lassen. Sie spielten stark, kämpften gewaltig und zeigten die Leidenschaft, mit der man auch international auswärts bestehen kann. Acht Punkte lagen sie beim 38:46 (25.) nach der Pause zurück und führten mit sechs Punkten bis 2:35 Minuten vor Schluss einer sehr intensiv geführten Begegnung auf hohem Niveau.
Aber es reichte nicht zum ganz großen Wurf in der hektischen Endphase, als der bis dahin enorm gut beschattete Simon zwei schwierige Dreier zum 62:65 (2:35 vor Schluss) und 65:65 (1:38) verwandelte und Barac für drei zum 65:68 (1:10) traf. Drei Dreier innerhalb von 1:25 Minuten taten weh, auch wenn die Dragons alles versuchten. Folarin Campbell, der mit Dreiern zum 56:52 (33.) und 61:54 (35.) sowie viel Energie bestach, riskierte ebenso alles wie der arg strapazierte Darren Fenn.
Die Freiwürfe von Hollis Price zum 67:68 genau 8,4 Sekunden vor Schluss kamen zu spät, zumal die Dragons die Uhr durch Fouls schwer stoppen konnten und Simon noch zum 67:69 traf. Genau 3,3 Sekunden vor dem Ende, ehe Campbell den Rebound nahm, von der eigenen Freiwurflinie abzog und den gegnerischen Korb verfehlte.
„Man kann den Jungs kaum einen Vorwurf machen. Sie haben einen tollen Kampf geboten, sehr konzentriert und mit viel Leidenschaft gespielt“, resümierte Leibenath, der „sehr beeindruckt“ war, „wie wir uns als Team präsentiert haben“.
Und das, obwohl Darius Hall zur Entlastung vor allem von Fenn (4 von 12 Würfen im Nahbereich) fehlte, Alexander Seggelke und Chad Prewitt bei allem Einsatz ohne Punkte blieben und Hollis Price sich schwerer tat als Ronald Ross. Initialzündungen gingen von Nathan Peavy und Folarin Campbell mit Dreiern und Power aus. Das größte Kompliment verdiente sich Toby Bailey, der am Tag zuvor mehr an der Toilettenschüssel als am Korb hing, abgezockt zog und acht Assists spielte.
Auch deshalb schade, dass der Lohn ausblieb.






04.04.2012
