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TippspielAchtung: Militante Radfahrer kreuzen - Polizei in Münster hat Verkehrsrowdys im Visier
Als die Fußgängerin am Rande des Radwegs das flackernde Licht näher kommen sieht, weiß sie, dass sie einen Fehler gemacht hat. Sie drückt sich an die Hecke, die den Radweg von der Straße trennt, und hofft, dass der Drahtesel, der quietschend auf sie zugesteuert kommt, Gnade walten lässt und nach rechts ausweicht. Das nun einsetzende exzessive Geklingel verheißt jedoch nichts Gutes. „Das ist ein Radweg! Aus dem Weg, du blöde Kuh“, raunt der Mittdreißiger, der auf dem Hollandrad anrauscht, ohne seine Geschwindigkeit zu drosseln.
Mit Radfahrern ist in Münster eben nicht zu spaßen. Davon kann auch die 21-jährige Autofahrerin ein Liedchen singen, der von einem Radfahrer mit bloßen Fäusten die Windschutzscheibe ihres Wagens eingeschlagen wurde. Grund: Sie hatte dem Radfahrer, der ohne Licht unterwegs war, die Vorfahrt genommen. Obwohl sie noch rechtzeitig anhalten konnte und sich bei ihm entschuldigt hatte, rastete der Radler aus.
„Leider kommt so etwas häufiger vor“, erklärt Polizeihauptkommissar Ludwig Austermann, Leiter der Verkehrssicherheitsberatung in Münster. Eine gewisse Militanz sei bei Radfahrern mitunter schon zu beobachten. Nicht selten trommelten wütende Radfahrer gegen Busse, wenn sie ihr Vorfahrtsrecht verletzt sehen. „Ich hab das Recht, aber der Bus hat den toten Winkel“, kommentiert Austermann ein solches Verhalten, bei dem sich Radfahrer häufig selbst in große Gefahr bringen. „Es ist nicht sehr klug, sich mit einem Gelenkbus im Kreisverkehr anzulegen, oder?“, fügt der Hauptkommissar hinzu.
647 Radfahrer bei Unfällen schwer verletzt
Wie diese ungleichen Zweikämpfe im schlimmsten Fall ausgehen, zeigt die aktuelle Unfallstatistik: Im vergangenen Jahr wurden in Münster 647 Radfahrer bei Unfällen schwer verletzt und drei getötet. Die Anzahl der Verletzten ist von 1996 bis 2005 kontinuierlich angestiegen und hat sich in den vergangenen vier Jahren zwischen 641 und 664 eingependelt. Ein Rückgang ist nicht zu erwarten. „Überall, wo es viele Radfahrer gibt, steigt das Unfallrisiko um das Fünffache“, erklärt Ludwig Austermann. In Münster gibt es mehr als 500000 Fahrräder. Täglich wurschteln sich Tausende von Drahteseln durch das Radnetz, das es seit den 50er-Jahren gibt. Das Fahrrad ist mit 37 Prozent Anteil am Straßenverkehr das Hauptfortbewegungsmittel. „Von dieser Gruppe werden pro Tag rund 13000 Rotlichfahrten verübt“, berichtet der Hauptkommissar. Aus diesem Grund hat die Polizei in Münster verstärkt ein Auge auf die Radfahrer.
„Das größte Problem ist der Alkohol“, berichtet Austermann. In der Altersgruppe zwischen 18 und 30 führe das zu vielen Unfällen. In der Studentenstadt seien viele Partylöwen mit ihren Leezen (so heißt das Rad bei den Einheimischen) unterwegs. Immer noch werde es als vollkommen selbstverständlich betrachtet, volltrunken auf das Rad zu steigen.
Um die Situation in den Griff zu bekommen, hat die Polizei in Münster kürzlich ungewöhnliche Wege beschritten: Die radelnden Verkehrssünder wurden mit Video-Kameras gejagt. Zwei Polizisten waren mit Video-Fahrrädern ausgestattet worden und haben sich damit auf die Lauer gelegt. Doch das Verfahren entpuppte sich als zu aufwendig. „Wer es eilig hat, will nur schnell die Strafe bezahlen und nicht noch ein Video angucken“, erklärt Austermann das Scheitern des Experimentes. Die Polizisten hätten ebenfalls einen größeren Aufwand betreiben müssen. Das Material hätte außerdem jedesmal wieder gelöscht werden müssen. Deshalb wird nun wieder auf die konventionelle Art Jagd auf Fahrrad-Rowdys gemacht: mit Rad, ohne Kamera.
Zu tun gibt es eine Menge: Wenn die Radwege zwischen Mensa und Innenstadt mal wieder eher an den Maifeiertag erinnern oder irgendwo eine lebensmüde Fußgängerin es wagt, einen Radweg zu betreten.






Wieso erscheinen solche Artikel *ausschließlich* zu Radfahrern? Interessiert es niemanden, wenn sich Autofahrer/Kradler/ Fußgänger/[setzte-beliebigen-Verkehrsteilnehmer-ein] sich so verhalten, teilweise mit erheblich höherem Schadensrisiko?
Beispielsweise erleb ich das ständig von motorisierter Seite, wo dann der fahrbahre Untersatz als Drohgebärde eingesetzt wird. Ein Milimeter-Überholer sagte mir neulich, das mache er absichtlich so, wenn ich den Radweg nicht benutze. Er hat wohl noch nicht mitbekommen, dass es seit 14 Jahren welche ohne Benutzungspflicht gibt.
Nun zum Inhalt des Artikels:
Zitat: "Nicht selten trommelten wütende Radfahrer gegen Busse, wenn sie ihr Vorfahrtsrecht verletzt sehen"
Wütend also... Hallo? Da begeht ein Busfahrer einen Fehler, der den Radfahrer unmittelbar in Gefahr bringt. Ist dem Autor nicht in den Sinn gekommen, dass das Trommeln ganz simpel bedeuten kann: "Hallo, ich bin auch noch da, fahr mich bitte nicht über'n Haufen". Ne Hupe ist dem Radfahrer leider verboten. Klingeln dürfte eher nicht von Erfolg gekrönt sein. In einer Situation, wo ich hupen (oder als Radfahrer trommeln) würde, würde bremsen eh nix mehr bringen.
Habe heute einen Rennradfahrer der auf der Mittelspur am grossen Stern unterwegs war durch das offene Fenster zugerufen: Es giebt hier hier auch eine wunderbare Fahrradspur. Der Radfahrer ist dabei regelrecht ausgeflippt und rief mir recht unflätige Beleidigungen hinterher.
An einer roten Ampel, kurz vor dem Brandenburger Tor "stellte" mich selbiger Radfahrer, indem er mit der Faust auf das Autodach heftig einschlug. Ich lasse das Fenster herunter und frage ob er verrückt geworden sei, worauf wieder eine Verbalattacke auf mich eindrischt, ich hätte ihn geschnitten etc.. Auf meine Frage ob wir nicht besser die Polizei dazu holen sollten, willigt er ein doch überlegt es sich wohl änderst und schlägt durch das offene Fenster auf mich ein.
Schnell lasse ich das Fenster hoch und starte das Auto durch und werde von dem Fahrradfahrer einzige Strassen durch Berlin gejagt, bIs ich ihn abhängen kann. Danach fahre ich zur Polizei und stelle Anzeige wegen Sachbeschädigung, der Mietwagen hat eine große Beule auf dem Dach, Körperverletzung und Beleidigung.
Mit so einer Agressivität und einer Unverhältnismäßigkeit der Mittel hätte ich nicht gerechnet, da ich selbst nur ein Fahrrad besitze und Fahrradfahrer durch diesen Blickwinkel eigentlich immer nur als Opfer wahrgenommen habe. Rücksichtslosigkeit und Agressiviät sind also auf allen Seiten des Strassenverkehrs sehr wohl vorhanden.