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TippspielBaumann stinksauer nach dem 1:1 in Jena
In einer turbulenten Partie, in der Tobias Nickenig die gelbrote Karte sah (75.), verschenkte der VfL den zweiten Auswärtssieg der Saison. Bis in die Nachspielzeit führten die Osnabrücker durch ein Handelfmetertor von Angelo Barletta (72.) mit 1:0 bei Carl Zeiss Jena. Dann kam etwas für den VfL Unerwartetes:
Jena-Keeper Carsten Nulle stürmte mit nach vorne und köpfte den Eckball zum 1:1 ins Netz. Carl-Zeiss-Trainer Rene van Eck war so begeistert, dass er seinen Keeper mit dem ehemaligen Kopfballungeheur Horst Hrubesch verglich: '"'Wir nennen ihn jetzt nur noch Horst.'"' Kapitän Nulle war auch deshalb der Held des Spiels, war er kurz vor seinem erfolgreichen Ausflug noch eine Riesenchance durch Ricky Pinheiro vereitelt hatte.
Darüber konnte der VfL gar nicht lachen. Und vor allem Trainer Baumann nicht. '"'Das war 45 Minuten lang ein absolut schlechtes Spiel meiner Mannschaft. Ich hatte den Eindruck, dass wir gar nicht mit den Gedanken auf dem Platz waren.'"' Weiterhin sagte er: '"'Mit Worten wollen wir aufsteigen, aber mit Taten sind wir noch längst nicht so weit. Wir haben uns von der Hektik anstecken lassen und in der zweiten Halbzeit die Ordnung verloren. Vom Auftreten der Mannschaft nach der Pause bin ich zutiefst enttäuscht.'"'
Ausgerechnet in der Nachspielzeit endete Tino Berbigs Serie, der erstmals nach 532 Minuten wieder bezwungen wurde. '"'Das möchte ich auch mal wissen, wo der herkam'"', schmunzelte der VfL-Torwart und ergänzte: '"'Das hat er wahrscheinlich die ganze Woche geübt.'"' Wie Berbig, der gegen den Kopfball seines Jenaer Kollegen machtlos war, war auch Matthias Heidrich verblüfft. '"'Was beim VfL so alles erlebt.'"'
Der defensive Mittelfeldspieler, der mit Oberschenkelproblemen nach einer Stunde durch Dennis Schmidt ersetzt wurde, sprach von einer guten ersten Halbzeit. '"'In der zweiten Hälfte haben wir uns das Leben schwer gemacht. Aber auch dieser eine Punkt ist ein Zeichen an die Konkurrenz, dass mit uns zu rechnen ist, auch auswärts.'"'
Sportdirektor Lothar Gans war ebenfalls enttäuscht. '"'Wir haben hier zwei Punkte liegen lassen. Dass es nicht gereicht hat, haben wir uns zum Teil selbst zuzuschreiben.'"' Nach seiner Ansicht haben die Schiedsrichter das Spiel absolut nicht im Griff gehabt. '"'Das war nie und nimmer ein Eckball in der Nachspielzeit. Berbig hat den Ball gar nicht berührt. Durch so eine Fehlentscheidung um den Sieg gebracht zu werden, ist bitter.'"'
Ricky Pinheiro hätte den VfL bereits in der 35. Minute in Führung bringen können, doch sein Kopfball landete an der Latte. Drei Minuten nach Wiederanpfiff machte es Benyamina dem Osnabrücker nach und traf mit einem satten Schuss ebenfalls nur den Balken. Das war das Signal zum Angriff für Jena, das den VfL jetzt in die eigene Hälfte drängte. Ohne konsequente Gegenwehr überließen die Lila-Weißen dem Gastgeber die Spielinitiative – und brachte sich so ganz spät um den verdienten Lohn.





