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Klimapiraten wollen Gipfel entern: Am Samstag starten rund 50 Umweltaktivisten mit zwei Schiffen Richtung Kopenhagen
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Klimapiraten wollen Gipfel entern: Am Samstag starten rund 50 Umweltaktivisten mit zwei Schiffen Richtung KopenhagenKlimapiraten wollen Gipfel entern: Am Samstag starten rund 50 Umweltaktivisten mit zwei Schiffen Richtung Kopenhagen
Muskete und Entermesser nimmt Peter Waterstraat zwar nicht mit aufs Segelschiff. „Aber der Jolly Roger ist auf jeden Fall dabei und wird auch gehisst“, sagt der 27-Jährige aus Münster. Schließlich gehört er zu den Klimapiraten, die heute von Greifswald aus zum Weltklimagipfel in Kopenhagen aufbrechen.
Ob er an Bord als Maat oder Smutje eingesetzt wird, weiß Waterstraat noch nicht. Aber das sei auch egal. „Das wird sicher ein nettes Abenteuer.“ Und was macht nun einen Klimapiraten aus? „Im Gegensatz zur alten Jutesack-und-Kräutertee-Generation sind wir ein bunter Haufen junger, engagierter Umweltschützer, die mit unkonventionellen Aktionen Zeichen setzen wollen“, sagt der Münsteraner selbstbewusst.
Die Idee, unter der Piratenflagge nach Kopenhagen zu segeln, entstand Ende 2008 beim Tee in der Schiffsmesse der „Lovis“. Mit dabei war damals auch Frauke Wiese, Projektmanagerin für Energiewirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe. Die Idee, Segeln und Klimaschutz miteinander zu verbinden, habe schnell weitere Anhänger gefunden, so Wiese. Heute sind 250 Leute im Netzwerk der Klimapiraten engagiert, viele entstammen der BUND-Jugend oder dem ASA-Programm, einem entwicklungspolitischen Jugendaustausch.
„Wir wollen auch Menschen ansprechen, die nicht bereits seit Jahren auf G-8-Gipfeln unterwegs sind“, sagt Koordinator David Wagner. Man setze daher auf Aktionen, die auch Spaß machten und ganz unterschiedliche Menschen zum Mitmachen motivierten. Waterstraat zum Beispiel arbeitet in Münster als Sozialarbeiter in dem Projekt Betreutes Wohnen für ehemalige Häftlinge. „Länger als einen Tag bin ich noch nicht gesegelt“, bekennt Waterstraat. Bis nach Kopenhagen brauche der 37 Meter lange Zweimaster Lovis wohl drei bis fünf Tage, schätzt der 27-Jährige. „Ich hoffe, wir haben Wind und können auf den Dieselmotor verzichten.“
Dann wäre die Symbolik perfekt. Schließlich geht es auf dem Klimagipfel um die weltweite Kohlendioxid-Reduzierung. Große Hoffnung, dass sich die Staats- und Regierungschefs auf weitreichende Ziele einigen, hat Waterstraat allerdings nicht. „Vielleicht kommt ja wenigstens ein vernünftiger Vertrag zustande, der gleichzeitig finanzielle Hilfen und Know-how für Entwicklungsländer beinhaltet.“
Auch ein regionales Thema nehmen die Klimapiraten mit nach Kopenhagen. „Wir wollen die Öffentlichkeit nutzen, um gegen das Steinkohlekraftwerk in Lubmin zu protestieren“, sagt Waterstraat. Man wolle deswegen die „Dong“-Niederlassung in Kopenhagen belagern. Der dänische Energieversorger plant das Kraftwerk, das bereits diverse Bürgerinitiativen auf die Barrikaden bringt.
„Kurz vor dem Auslaufen werden wir daher heute beim Hafenfest in Greifswald ein gebasteltes Kohlekraftwerk über die Planken jagen“, freut sich der Münsteraner. „Und Frau Merkel werden wir symbolisch in einem Beiboot hinter uns herziehen.“ An gewalttätigen Aktionen werden sich die Klimapiraten nicht beteiligen, auch wenn es in Kopenhagen so manche Schlacht zu schlagen gibt.
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