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Die wandernde Klangbaustelle

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Die wandernde Klangbaustelle

Wird auf der Großen Straße schon wieder gebaut? Und das sogar am Wochenende? Wer am vergangenen Samstag durch die Innenstadt ging, bekam diesen Eindruck: Schubkarren mitten auf dem Einkaufsparcours, „Arbeiter“ mit Helm, Blaumann und Schweißbrille. Absperrhütchen und Flatterband verhinderten, dass Passanten über Betonfässer und Werkzeugkisten stolperten. Doch dann hörte man merkwürdige Töne und sah die Heinweisschilder: „Achtung, Klangwerker!“ Und man wusste: Hier wird nicht wirklich gebaut, sondern das Osnabrücker Straßenmusikfestival findet statt.

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Für das beliebte Stelldichein der Straßenmusiker mit dem Titel „Die Goldene Säge“, das ein Mal im Jahr für heitere bis bizarre Unterhaltung der Einkaufslustigen sorgt, hatte sich das Osnabrücker Trio „Klangzirkel“ etwas Besonderes einfallen lassen: Statt wie üblich auf traditionellen Didgeridoos aus Eukalyptusholz zu spielen, hatten sich die Hobbymusiker im Baumarkt mit Abflussrohren eingedeckt, um daraus ähnliche Instrumente zu bauen. Jetzt zogen sie mit ihrer mobilen Klangbaustelle durch die Fußgängerzone, entlockten ihren Röhren grummelnde Dauertöne, während ein Kollege auf Betonfässern den Rhythmus trommelte. Das „Publikum“ reagierte erstaunt bis belustigt.

Aber es tönte auch an anderen Plätzen. Hier boten die „Komödianskys“ mittelalterliches Liedgut, dort sorgte das Quartett „Cheganca“ für brasilianisches Flair, eine Band mit dem Namen „Watering Eye“ spielte Folk, während eine schwarzafrikanische Großfamilie – offenbar außer Konkurrenz – eine klingende Bibelstunde absolvierte.

Auch Klassisches wurde geboten. Zum Beispiel von vier jungen Leuten aus Moskau, die unter dem Namen „Astoria“ antraten. Auf zwei Violinen und zwei Gitarren begeisterten sie die hier gerne verweilenden Passanten mit Interpretationen in höchster musikalischer Qualität. „Wir sind bei Freunden in Hamburg zu Besuch und haben von dem Festival in Osnabrück gehört“, erklärt Svetlana, die wie ihre Freundin Anastasia und ihre Freunde Roman und Alexey an einer Musikakademie in der russischen Metropole studieren. Der Ausflug an die Hase sollte sich für das Quartett gelohnt haben, denn die Jury des Festivals sprach den Studenten einen der Preise zu.

 

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