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TippspielWetterradar: Windhose möglich
Das schwere Unwetter am späten Dienstagnachmittag in Teilen des Grönegaus hat nach ersten Schätzungen einen Sachschaden von mindestens 250.000 Euro verursacht. Nicht genau zu klären ist, ob es sich um eine Windhose handelte. Dafür gibt es bestimmte Kriterien. Experten vom Hamburger Wetterdienst und der Forstverwaltung wollten sich gestern nicht genau festlegen. Im Polizeikommissariat Melle ist das schlimme Ereignis als „starkes Gewitter mit Hagel und Böen“ eingestuft worden.
„Plötzlich wurde es schwarz, dann finster. Regen und Hagel waren so stark, dass man kaum etwas sehen konnte“, berichtete ein Mann, der mit dem Auto unterwegs war. Er steuerte in Riemsloh flugs einen Parkplatz an. Auf den Straßen stand das Wasser. Die Kanalisation konnte die Massen nicht schlucken. Kurz zuvor war er auf der Riemsloher Straße an jener Stelle vorbeigefahren, an der Windböen Bäume regelrecht aus der Erde herausgerissen hatten und auf die Straße stürzen ließen. „Ich hatte wohl einen Schutzengel“, atmete der Autofahrer gestern erleichtert durch.
Im Meller Wellenfreibad drohte das Chaos. Viele Badegäste folgten nicht der mehrfachen Aufforderung, das Wasser unverzüglich zu verlassen. Schwimmmeister Falko Möllering erklärte, dass die durch Blitz und Hagel entstehende Gefahr von den Unbelehrbaren unterschätzt worden sei. Er appelliert an die Vernunft der Besucher, damit künftig solche Risiken vermieden werden können, denn die Badenden setzen sich unnötigen Gefahren aus. „Die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk ist hervorragend verlaufen.“ Diese Bilanz zog gestern Abend der Leiter des Polizeikommissariates Melle, Kriminalrat Stefan Knolle, im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Kräfte hätten einen guten Job gemacht. In den vom Unwetter betroffenen Gebieten seien insgesamt acht Polizeibeamte im Einsatz gewesen, um den entstandenen Sachschaden zu dokumentieren und zwei offenbar unwetterbedingte Verkehrsunfälle aufzunehmen.
„Wir gehen von einer Schadenssumme in Höhe von mindestens 250.000 Euro aus“, sagte Knolle weiter. Seien im Raum Gerden teilweise erhebliche Waldschäden zu verzeichnen gewesen, so hätten die Polizeibeamten in Melle-Mitte einen Gebäudeschaden aufnehmen müssen, nachdem an der Buerschen Straße eine Baumkrone auf einen Wintergarten gefallen war. Darüber hinaus seien im Gefahrenbereich drei Personenkraftwagen durch umstürzende Bäume beschädigt worden. Eine positive Bilanz über den Notfalleinsatz zog auch der Fachwart für Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbandes Melle, Ludger Flohre. „Die eingesetzten Kräfte aus den Ortsfeuerwehren Melle-Mitte, Bakum, Altenmelle, Riemsloh, Hoyel und Groß Aschen haben hervorragende Arbeit geleistet“, so der Pressesprecher gestern bei Redaktionsschluss gegenüber unserer Zeitung. Die Feuerwehrleute seien dabei wirkungsvoll durch Helfer des Technischen Hilfswerks aus Melle unterstützt worden, die sich mit diversen Spezialgeräten aktiv in das Geschehen eingebracht hätten. „Erleichtert wurde unser Einsatz dadurch, dass das Unwetter in einem überschaubaren Gebiet gewütet hat“, stellte Ludger Flohre fest.
Insgesamt seien zwölf Einsatzorte zu verzeichnen gewesen. Nach etwa fünf Stunden sei „das Ganze abgearbeitet“ gewesen.
„Das Beseitigen der Bäume war ein schönes Stück Arbeit“, resümierte gestern Abend der Meller THW-Ortsbeauftragte Marco Plesner, der mit seinen Männern schwerpunktmäßig im Bereich der Riemsloher Straße im Einsatz war. „Es hat sich ausgezahlt, mit schwerem Gerät anzurücken. Unter Einsatz einer Seilwinde ist es uns in relativ kurzer Zeit gelungen, die teilweise stark verhakten Bäume von der Fahrbahn zu ziehen, so dass der Verkehr schon bald wieder rollen konnte.“




04.04.2012
