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Schlechtes Storchenjahr in Minden-Lübbecke
Storchennest 2009

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Schlechtes Storchenjahr in Minden-Lübbecke

Weniger erfolgreich als im Osnabrücker Land verlief das Storchenjahr im angrenzenden Kreis Minden-Lübbecke, der als Storchenhochburg in Nordrhein-Westfalen gilt. „Es war schlecht“, urteilt Dr. Alfons Bense, der als ehrenamtlicher Storchenbetreuer gleichwohl exakte Daten liefern kann. 29 Horste waren dort mit Brutpaaren besetzt. Nur von 16 flogen Jungstörche aus.

 
Mit einem Tuch über die Augen wurde Storchenmännchen „Hobor“ beruhigt, während der Satellitensender auf seinem Rücken befestigt wurde.  Vergrößern

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„In 13 Horsten kamen die Jungstörche also nicht durch, das macht 45 Prozent“, rechnete er vor. Gleichzeitig verwies er auf das Jahr 2006, „wo bei uns die Ausfälle noch höher waren“. Normalerweise liege diese Quote bei etwa 20 Prozent. In Zahlen zusammengefasst, sieht die Weißstorch-Statistik 2009 im Kreis Minden-Lübbecke wie folgt aus: 78 Eier wurden – soweit erkennbar – in den 29 Horsten gezählt. 66 Jungvögel schlüpften, 46 beringte Dr. Bense. 36 flogen dann auch tatsächlich aus, zwei verunglückten kurze Zeit später. Rechnerisch kommen 2009 auf jeden der 29 Horste 1,24 Jungvögel.

Trotz dieser auf den ersten Blick sehr ernüchternden Bilanz sei er „nicht total unzufrieden“, so Dr. Bense. Langfristig hoffe er auf eine stabile Nachwuchsrate, baue darauf, das sich bei ausreichendem Nahrungsangebot die Quote bei Zu- und Abwanderung einpendele. Große Hoffnung setzt der Storchenexperte dabei auf die fast 20 „Junggesellen“, die – weil noch nicht geschlechtsreif bzw. brutfähig – meist in kleineren Gruppen im Raum Minden-Lübbecke gesichtet wurden.

Ob die Jungvögel sich dann tatsächlich in den folgenden Jahren im Raum Minden-Lübbecke niederlassen, wird sich zeigen müssen. Wild lebende Vögel halten sich nun einmal nicht an von Menschen gezogenen Kreis- oder Landesgrenzen...

 In Petershagen-Friedewalde (Kreis Minden-Lübbecke) brütete ein Storch, der in Harpenfeld (Landkreis Osnabrück) das Licht der Welt erblickte.

Übringes: Wegen des großen Erfolgs und weil Klappern zum Handwerk gehört, nutzte die in Lübbecke beheimatete Barre-Brauerei den Weißstorch erneut für eine Marketingaktion. Unter dem Slogan „Kisten fürs Nisten“ wiederholte die älteste norddeutsche Pilsbrauerei die Vorjahresaktion. In den Sommermonaten ging pro verkaufte Kiste Barre-Bier ein Betrag an den Naturschutzbund (NABU) Deutschland. Zweckbestimmt für den Artenschutz des Weißstorchs in Norddeutschland.


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