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Satelliten verfolgen Meister Adebar bis nach Afrika
Storchennest 2009

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Satelliten verfolgen Meister Adebar bis nach Afrika

Jungstörche zu beringen, um mit etwas Glück Informationen über ihr Zugverhalten zu bekommen, ist in Deutschland Standard. Aber gleich drei Störche mit Satellitensendern auszustatten, die dann jahrelang exakte Positionsdaten funken, das ist etwa aus dem Bereich Kür.

 
Mit einem Tuch über die Augen wurde Storchenmännchen „Hobor“ beruhigt, während der Satellitensender auf seinem Rücken befestigt wurde.  Vergrößern

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In diesem Jahr startete der Naturschutzbund Deutschland (NABU) dieses Projekt mit drei Altvögeln. Große Hoffnungen ruhen jetzt auf „Gertrud“, „Helmut“ und „Hobor“ aus dem schleswig-holsteinischen Dorf Bergenhusen. Es gilt seit langen Jahren als Storchenhochburg. In diesem Jahr brüteten dort 15 Weißstorchenpaare.

 Ausgerüstet mit den 30 Gramm schweren, mit Solarenergie betriebenen Satelittensendern, sollen nun drei Störche wichtige Hinweise zum Artenschutz geben.

Die Sender sind wie ein Rucksack auf dem Rücken der Vögel befestigt. Alle drei Tage werden die stündlich aktualisierten Daten automatisch an eine Bodenstation übertragen, die das Projektteam aus dem Michael-Otto-Institut im NABU über das Internet abrufen kann. Das Bestimmen der exakten Position ist damit zum Kinderspiel geworden.

„Wir hoffen, dass die drei Störche Ostzieher sind“, so NABU-Storchenexperte Kai-Michael Thomsen vom Michael-Otto-Institut. Der Grund ist einfach: Artenschützer rätseln besonders über das Phänomen der „Störungsjahre“, wenn es Probleme mit den „Ostziehern“ gibt.

Ostzieher fliegen – im Gegensatz zu den Westziehern, die einen Weg über Frankreich und Spanien nehmen – über den Bosporus, nach Israel, der Türkei, der Halbinsel Sinai oder entlang des Nils bis hin nach Südafrika.

Unerklärlicherweise kommen in manchen Jahren viele der Ostzieher spät oder gar nicht aus Afrika zurück.

Sie erreichen in Deutschland mit einem derart großen Zeitverzug ihre Nester, dass sie nach der Paarung nicht mehr erfolgreich brüten können. Vermutlich wird dieses Phänomen durch schlechte Bedingungen im Winterquartier und auf dem Zug verursacht, etwa extreme Nahrungsknappheit. Durch die exakte Postionsbestimmmng sind die jeweiligen Lebensumstände der Störche für die Wissenschaftler jetzt leichter nachvollziehbar.

Die Erforschung dieser Probleme ist auch in Hinblick auf den Klimawandel von Bedeutung.

Das Storchenprojekt ist ein kleines Mosaiksteinchen im Rahmen der auf vier Jahre angelegten Internationalen Zugvogelkampagne „Born to Travel – Zum Fliegen geboren“. Wobei die Satellitensender der Störche durchaus eine höhere Lebensdauer haben können. „Fünf Jahre sollten es schon mindestens sein“, so Thomsen. 3000 Euro pro Sender und entsprechende Lizenzkosten summieren sich schnell auf 10 000 Euro pro Storch. „Deshalb geht so etwas nur mit Sponsoren.“

Storchenfans können den Flug gen Süden im Internet (www.nabu.de) verfolgen. Die Weißstörchin Gertrud hat es inzwischen schon in den Tschad geschafft. Die beiden Männchen Hobor und Helmut brachen erst mit starker Verspätung auf.


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