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„Helgoland 5X 487“ in Lothringen gesichtet
Storchennest 2009

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„Helgoland 5X 487“ in Lothringen gesichtet

Die Rückreisewelle rollt längst. Die wild lebenden Weißstörche sind wieder auf dem Weg von ihren Brut- in ihre Winterquartiere. Sicher mit dabei auch ein Jungstorch aus dem Osnabrücker Land. Die Ringnummer „Helgoland 5X 487“ hat ihn verraten.

 
Elegante Flieger: In großer Zahl sind die Störche schon wieder auf dem Weg in ihre Winterquartiere.  Vergrößern

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 Ein französischer Ornithologe sichtete den Vogel schon Anfang August in der Nähe von Hermelange, einer kleinen französischen Gemeinde in der Region Lothringen.

Über die Beringungszentrale der Vogelwarte Helgoland gelangte seine Information nach Osnabrück.

Und hier strahlte Volker Blüml, der im Osnabrücker Land und am Dümmer als ehrenamtlicher Storchenbetreuer im Einsatz ist, über diese schnelle, erfolgreiche Lebendsichtung. Er hatte am 2. Juni in Harpenfeld nahe Bad Essen die drei Küken des dortigen Storchenhorstes beringt. Alle drei entwickelten sich prächtig und flogen später aus.

Schon 65 Tage nach der Beringung wurde nun einer von ihnen 418 Kilometer von seinem Geburtsort in Frankreich gesichtet. „Das hört sich nach einer gewaltigen Strecke an. Für einen Storch ist das aber eher wenig.“ Denn der Weißstorch ist ein Segelflieger, der beim (Rück-)Flug nach Afrika warme Aufwinde nutzt. „Und ist die Thermik gut, schaffen die Vögel gewaltige Strecken.“ 200 Kilometer pro Tag sind keine Seltenheit. Da über Wasser keine Thermik entsteht, müssen Weißstörche das Mittelmeer umfliegen, um nach Afrika zu gelangen.

Die sogenannten „Weststörche“ ziehen bei Gibraltar über das Mittelmeer, um in Westafrika vom Senegal bis zum Tschadsee den Winter zu verbringen.

Die „Oststörche“ ziehen über den Bosporus und die Sinaihalbinsel nach Afrika und über das Niltal bis in den Sudan. Von dort führt sie der Weg weiter in Richtung Ostafrika.

„Helgoland 5X487“ hat sich offensichtlich für die Westroute entschieden. Wie weit den Storch sein natürlicher Flugtrieb bringen wird, bleibt Spekulation. Denn eine erneute Sichtung durch Ornithologen, die den Ring durch ein starkes Fernglas am Storchenfuß zweifelsfrei erkennt, würde einem Sechser im Lotto gleichkommen.

Manche Westzieher machen es sich zudem früh bequem und brechen schon in Spanien oder Portugal die Rückreise ab – das zeigen Beobachtungen der Vergangenheit. Denn Mülldeponien und Reisfelder sorgen dort für ein großes Nahrungsangebot. Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen Deutschlands, wo in diesem Jahr erhebliche Ausfallquoten zu beklagen waren, sieht Volker Blüml in dem von ihm betreuten Bereich „alles im Rahmen“. Bei sieben mit Brutpaaren besetzten Horsten seien immerhin 13 Jungstörche ausgeflogen. 15 Küken hatte er beringt. „Diese Zahl ist für eine generelle Aussage natürlich zu klein.“ Aber so könne der Bestand knapp gehalten werden.

Im Osnabrücker Land ging es in Harpenfeld (3 Jungstörche) und in Wehrendorf (2) ganz ohne Verluste ab. In Alfhausen kamen zwei von drei Jungstörchen durch. In Schwege starben – vermutlich wegen falscher Fütterung durch einen Altvogel, der Gummiteile anschleppte“ – alle drei Küken.

Prognosen für die Zukunft der Störche und ihren Bruterfolg seinen immer schwierig. Es komme schließlich stets auf das Wetter und das Nahrungsangebot an, so Blüml weiter, der auch im Zoo Osnabrück zwei weitere Storchenküken beringte. Dass die Natur immer wieder für Überraschungen sorgt, zeigte sich in diesem Jahr im Emsland.

Zwischen Haren und Lathen ließ sich Karfreitag erstmals seit 1983 ein Storchenpaar auf einem Kunsthorst nieder. Ein Küken schlüpfte. Ohne erkennbaren Grund aber verschwanden nach einer Nacht mit Bodenfrost plötzlich die Altvögel. Und auch vom Küken fehlte jede Spur.


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